Olivenöl: ÖKO-TEST deckt Pestizidbelastung und mangelhafte Qualität auf
Der aktuelle Olivenöl-Test von ÖKO-TEST zeigt alarmierende Ergebnisse. Viele getestete Olivenöle, darunter auch teure Bio-Produkte, erfüllen nicht die versprochene Qualität. Die Untersuchung fand statt, um die tatsächliche Olivenölqualität zu überprüfen.
Wichtige Ergebnisse:
- 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ wurden getestet.
- Die Preise der getesteten Olivenöle lagen zwischen 7,99 Euro und 27,98 Euro pro Liter.
- 18 der 30 getesteten Olivenöle tragen ein Bio-Siegel.
- Nur zwei Produkte erhielten die Bestnote „sehr gut“.
- Sieben Produkte fielen mit „mangelhaft“ durch.
- Viele Olivenöle sind mit mehreren Pestiziden belastet, darunter auch Bio-Produkte.
- Es wurden bis zu sechs Pestizide in einem einzigen Olivenöl nachgewiesen.
- Alle getesteten Olivenöle wiesen Spuren von Mineralölbestandteilen auf.
„Ranzig. Stichig und schlammig.“ So beschreiben unabhängige Sensoriker den Geschmack mancher Olivenöle. Diese sensorischen Mängel sind besorgniserregend. Lisa-Marie Karl, Lebensmittelchemikerin bei ÖKO-TEST, sagte: „Bis zu sechs Pestizide in einem Olivenöl – das ist neu und hat uns komplett überrascht!“
Nadja Liebmann, Chefin des Deutschen Olivenölpanels, erläutert: „Stichige und schlammige Fehlnoten entstehen schon vor der Pressung, wenn Oliven zu gären beginnen. Ranzig wird ein Öl erst danach durch Alterung.“ Dies wirft Fragen zur Qualitätssicherung auf.
Die EU-Olivenölverordnung regelt detailliert, welche Kriterien ein „nativ extra“-Öl erfüllen muss. Dennoch zeigen die Testergebnisse, dass viele Produkte diese Standards nicht einhalten. Verbraucher sollten beim Kauf von Olivenöl besonders auf die Herkunft und Qualität achten.
Die nächsten Schritte könnten eine intensivere Überprüfung der Produktionsprozesse nach sich ziehen. Verbraucherverbände fordern mehr Transparenz bezüglich der Inhaltsstoffe in Lebensmitteln wie Olivenöl. Die Debatte um die Qualität von Bio-Produkten ist damit jedoch noch lange nicht beendet.