Laura Dahlmeiers Tod zerriss Maren Hammerschmidt
Laura Dahlmeiers Tod zerriss Maren Hammerschmidt

Garmisch-Partenkirchen gedenkt Laura Dahlmeier ein Jahr nach tragischem Unfall

Ein Jahr nach dem Tod der ehemaligen Biathletin Laura Dahlmeier haben sich in ihrer Geburtsstadt Garmisch-Partenkirchen rund 150 Menschen versammelt, um der Sportlerin zu gedenken. Dahlmeier, die im Alter von 31 Jahren bei einem Bergunfall ums Leben kam, hinterlässt eine Lücke in ihrer Familie, ihrem Freundeskreis und der Gemeinde, wie Pfarrer Andreas Lackermeier in seiner Rede an der Gedenkstätte im Laura-Dahlmeier-Park betonte. Er hob hervor, dass Schmerz und Trauer nicht einfach vergehen, auch wenn die Zeit verstreicht.

Der Unfall ereignete sich am 28. Juli 2025 im Karakorum-Gebirge in Pakistan. Dahlmeier war mit einer Seilpartnerin am Laila Peak unterwegs, einem Berg, den sie ursprünglich mit ihrem ehemaligen Freund besteigen wollte, der im Januar 2022 bei einem Lawinenunglück starb. Trotz schwieriger Wetterbedingungen brach die siebenmalige Weltmeisterin und ausgebildete Bergführerin den Gipfelsturm ab. Beim Abstieg auf 5700 Metern Höhe wurde sie jedoch von einem Steinschlag am Kopf getroffen und war mutmaßlich sofort tot. Ihre Kletterpartnerin überlebte den Vorfall.

Der Leichnam von Laura Dahlmeier verbleibt gemäß ihrem niedergeschriebenen Willen an der Unfallstelle am Laila Peak, nachdem Rettungsmissionen abgebrochen wurden. Ihre Mutter, Susi Dahlmeier, äußerte, dass dies der schönste Friedhof für Laura sei, verschmolzen mit dem Herzen der Berge. Diese Ansicht teilte auch ihre enge Freundin Maren Hammerschmidt, die sich anfangs mit dem Gedanken schwertat, aber mittlerweile ebenfalls glaubt, dass Dahlmeier ihre letzte Ruhestätte am liebsten in den Bergen gefunden hätte.

Hammerschmidts Trauer und Erinnerungen

Für Maren Hammerschmidt, eine enge Freundin von Laura Dahlmeier und ehemalige Biathletin, war der Tod ein unbegreiflicher Verlust. Die Trauer kommt nach wie vor in Wellen, auch wenn es langsam besser wird, wie die heutige Pressesprecherin des deutschen Biathlon-Teams berichtet. Anfangs konnte sie keine gemeinsamen Bilder oder Videos ansehen und sprach kaum über ihre Freundin, was ihren Trauerprozess erschwerte. Sie beschrieb Dahlmeier als eine „unzerstörbare Naturgewalt“ und dachte, ihr würde niemals etwas zustoßen.

Ein geplanter Moment, bei dem Hammerschmidt und Dahlmeier gemeinsam die Zugspitze über die traditionelle Eisenzeitroute besteigen wollten, konnte nicht stattfinden. Dieser Moment war für den vergangenen September geplant. Hammerschmidt bestieg den Berg nun Anfang Juli allein und sagte, es wäre „richtig schön gewesen, es mit ihr zusammen zu machen“. Sie erinnerte sich an das letzte Telefonat vor etwas mehr als einem Jahr, in dem Dahlmeier von ihrer bevorstehenden Reise nach Pakistan und dem Wunsch, den Laila Peak zu besteigen, erzählte. Hammerschmidt hat dieses Gespräch noch sehr bildlich vor Augen, als sie abends durch ihren Garten ging und goss.

Nach der Trauerfeier am 11. August wurde Hammerschmidt krank, da ihr Körper und ihre Psyche auf das Geschehene reagierten. Sie haderte mit dem Gedanken, zu viele Dinge im Alltag aufgeschoben zu haben, und bereut, dass sie sich nicht öfter gesehen und bestimmte Gespräche nicht geführt hat. Sie hat sich vorgenommen, nicht mehr so viel aufzuschieben, und denkt oft an Laura, wenn sie Dinge außerhalb ihrer Komfortzone tut.

Die Freundschaft und ihr Vermächtnis

Die enge Freundschaft zwischen Laura Dahlmeier und Maren Hammerschmidt begann im Dezember 2015 beim Weltcup in Hochfilzen, als sie zufällig Zimmerkolleginnen wurden. Hammerschmidt, heute 36 Jahre alt, erinnert sich an viel Lachen und Spaß. Obwohl Dahlmeier, die knapp vier Jahre jünger war, der überragende Star des Teams wurde, ließ sie dies nie heraushängen, was Hammerschmidt sehr an ihr schätzte. Dahlmeier stand ihrer Freundin stets mit Rat und Tat zur Seite, verfolgte aber auch ihre eigenen Ziele.

In-Erinnerung-an-die-toedlich-verunglueckte-Laura-Dahlmeier-wird-ein-Nachwuchspreis-nach-ihr-benannt
In-Erinnerung-an-die-toedlich-verunglueckte-Laura-Dahlmeier-wird-ein-Nachwuchspreis-nach-ihr-benannt Credit: n-tv.de

Dahlmeier, die dem Buddhismus und der Spiritualität zugeneigt war, praktizierte ein Ritual, das Hammerschmidt bis heute übernommen hat: das Anzünden von Palo Santo oder weißem Salbei, um schlechte Geister zu vertreiben. Der Geruch des Palo Santo erinnert Hammerschmidt nun an ihre Freundin, mit der sie unter anderem WM-Staffel-Gold gewann. Dahlmeier glaubte an inneren Frieden und nahm sich dafür Zeit.

Die Berge waren für Dahlmeier, auch während ihrer aktiven Karriere, eine Form der Erholung. Als kurz vor den Olympischen Spielen 2018 ein enger Freund beim Klettern starb, stellte sie ihre Leidenschaft infrage, entschied sich aber dagegen, da es nicht mehr sie selbst gewesen wäre. Hammerschmidt bewunderte diese Einstellung.

Als Erinnerungsstück besitzt Maren Hammerschmidt eine Kette, die Susi Dahlmeier, eine Goldschmiedin, einst für ihre Tochter anfertigte. Diese Kette, die Laura viel bedeutete, trägt einen kleinen Buddha, an den Hammerschmidt greift, wenn ihr alles zu viel wird, um Ruhe und Stärke zu finden. Laura Dahlmeier war davon überzeugt, dass der Tod nicht das Ende ist und dass Menschen auf verschiedenen Ebenen miteinander verbunden sein können. Maren Hammerschmidt teilt diese Überzeugung und glaubt, dass sie ihre Freundin wiedersehen wird, da sie noch einige Gespräche zu führen haben.

In Garmisch-Partenkirchen wurde der Kurpark Partenkirchen in Laura-Dahlmeier-Park umbenannt. Dort stehen unter einem großen Baum ein Gedenkstein, Kerzen, Blumen und ein Foto der jungen Frau. Die Gedenkfeier, an der die Familie Dahlmeier laut Angaben der Stadt bewusst nicht teilnahm, wurde von trauriger Blasmusik begleitet.

Source: n-tv.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

Written by

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

You may also like...