Jonas Vingegaard vermutet Motorradfehler nach Tour-Sturz
Jonas Vingegaard äußert sich nach Sturz
Jonas Vingegaard, zweimaliger Gewinner der Tour de France, hat sich nach seinem Sturz geäußert, der ihn zum Ausscheiden aus dem diesjährigen Rennen zwang. Der Däne, der sich bei dem Vorfall das Schlüsselbein brach, vermutet, dass ein Motorradfehler zu dem Unfall beigetragen haben könnte. Er wurde am Sonntag nach einem Sturz von der Tour ausgeschlossen und soll in den kommenden Tagen operiert werden, wodurch die Saison für ihn beendet ist.
Vingegaard sprach im dänischen Fernsehen über den Vorfall. Er erwähnte, dass sein Teamkollege Victor Campenaerts ihn möglicherweise nicht mehr warnen konnte. Vingegaard fügte hinzu: „Vielleicht hat auch das Motorrad bei uns einen Fehler gemacht. Wir können uns nicht auf Motorräder verlassen. Wir müssen unser eigenes Urteilsvermögen einsetzen, und auch wir haben einen Fehler gemacht. Menschen machen Fehler, und das können wir jetzt nicht mehr ändern.“ Es gab bereits frühere Situationen bei der Tour, in denen Kamera-Motorräder von Radprofis weggeschickt wurden, weil sie zu nah an die Fahrer herankamen.
Trotz der Schwere seiner Verletzung zeigte sich Vingegaard überraschend optimistisch bezüglich seines Zustands und sagte, es gehe ihm „überraschenderweise gut“. Er blickt positiv auf die bevorstehenden Tage im Krankenhaus und den anschließenden Genesungsweg. Als Kapitän des Teams Visma-Lease a bike erklärte er, es mache keinen Sinn, den Kopf hängen zu lassen, da dies die Situation nur verschlimmern würde.
Diskussion um nächtliche Dopingkontrollen
Eine weitere Diskussion, die sich hartnäckig hält, betrifft die nächtlichen Dopingkontrollen, die vor der 15. Etappe stattfanden. Diese Kontrollen wurden bereits vor dem Start des Rennens am Sonntag thematisiert. Nach der Etappe am Samstag hatten die Fahrer einen langen Transport von mehreren Stunden von Le Markstein in den Vogesen in die Alpen nach Champagnole. Die Nacht war für die Fahrer ohnehin kurz.
Die Tatsache, dass Jonas Vingegaard um 2 Uhr und Tadej Pogacar um 5 Uhr aus dem Tiefschlaf geweckt wurden, um Dopingkontrollen durchzuführen, wird von einigen als fragwürdig angesehen, auch wenn der Kampf gegen Doping notwendig ist. Vingegaard wollte jedoch nicht spekulieren, ob dies der Grund für den Sturz war. Er betonte, dass Stürze im Radsport passieren und er es nicht darauf schieben wolle.
Tadej Pogacar hatte die Diskussion am Sonntag angestoßen und darauf hingewiesen, wie wichtig Schlaf ist. Er äußerte, dass ein Unterbrechen des Schlafs zu Unkonzentriertheit am Tag führen könnte, was möglicherweise eine Ursache für den Sturz sein könnte, aber nicht zwingend sein muss. Die International Testing Agency (ITA) hat sich für die nächtlichen Dopingkontrollen bei Pogacar und Vingegaard gerechtfertigt. Eine Sprecherin der ITA erklärte gegenüber der ARD, dass die Tests in der Nacht den Regeln entsprochen hätten.
Nach den Regeln des Radsport-Weltverbandes UCI sind nächtliche Kontrollen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr erlaubt, jedoch nur bei einem „schwerwiegenden und konkreten Verdacht, dass der Fahrer Doping betreibt“. Die ITA-Sprecherin teilte auf ARD-Anfrage mit, dass es in den aktuellen Fällen „Indikatoren dafür gegeben hat, dass bei den betroffenen Fahrern etwas sein könnte“. Sie stellte jedoch klar, dass die nächtlichen Tests nicht als Beweis für Verstöße gegen die Anti-Dopingregeln interpretiert werden sollten.

Die ITA gab an, dass Pogacar und Vingegaard nicht die einzigen Fahrer waren, die bei dieser Tour de France nachts getestet wurden. Solche Kontrollen seien Teil der aktuellen Test-Strategie der ITA und notwendig, da bestimmte Substanzen nur wenige Stunden nachweisbar seien. Mit den Ergebnissen der Tests sei frühestens in einer Woche, also nach der Tour, zu rechnen.
Kritik an den Dopingkontrollen
Die nächtlichen Kontrollen stießen bei einigen Fahrern auf deutliche Kritik. Remco Evenepoel, der die Etappe gewann und von Vingegaard quasi den zweiten Platz in der Gesamtwertung übernahm, äußerte sich scharf: „Das können wir nicht akzeptieren. Das ist unmenschlich und respektlos. Ich werde mein Team losschicken, diese Leute in der Nacht zu wecken und ihnen Blut abzunehmen, damit sie mal wissen, wie das ist. Es ist eine Schande!“
Auch Vingegaards Teamkollege Matteo Jorgenson kritisierte einen „kompletten Mangel an Respekt gegenüber den Fahrern“. Pogacar und Vingegaard hatten die Kontrollen am Sonntag vor dem Start der 15. Etappe öffentlich gemacht. Beide Fahrer sowie ihre Teams äußerten Verständnis für die Notwendigkeit von Dopingkontrollen, nannten den Zeitpunkt jedoch nicht ideal, da er den Schlaf als wichtigste Regenerationsquelle für die Fahrer der Tour de France störe.
Pogacar hatte nach der Etappe am Sonntag spekuliert, ob der Sturz seines Rivalen, bei dem Vingegaard sich das Schlüsselbein brach und die Tour verlassen musste, mit dem Schlafmangel aufgrund der Kontrolle zusammenhängen könnte. Vingegaard wird in den kommenden Tagen operiert.
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Source: bild.de
