Tour de France Femmes: Ihr Killerinstinkt schlägt sie alle - sportschau.de
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Genf: Lorena Wiebes dominiert zweite Etappe der Tour de France Femmes

Wiebes‘ Dominanz bei der Tour de France Femmes

Lorena Wiebes (Team SD Worx-Protime) hat auch die zweite Etappe der Tour de France Femmes für sich entschieden. Die niederländische Sprinterin gewann die 148 km lange Strecke von Aigle nach Genf im Sprint. Damit baute sie ihre Führung in der Gesamtwertung aus und sicherte sich zum zweiten Mal in Folge das Gelbe Trikot. Am Vortag hatte Wiebes bereits die erste Etappe in Lausanne gewonnen.

Im Zielsprint setzte sich Wiebes gegen Elisa Balsamo (Lidl-Trek) und Marianne Vos (Visma-Lease a Bike) durch. Ihre Teamkolleginnen spielten eine entscheidende Rolle, indem sie eine Soloflucht von Riejanne Markus (ebenfalls Niederlande) 400 Meter vor dem Ziel einholten. Markus hatte sich 39 km vor dem Ziel von einer Ausreißergruppe abgesetzt und hielt ihren Vorsprung lange Zeit.

Linda Riedmann (Lotto-Intermarché) erreichte einen zehnten Platz und war damit die beste deutsche Fahrerin. In der Gesamtwertung führt Wiebes mit einem Vorsprung von 14 Sekunden auf Kim Le Court-Pienaar aus Mauritius. Auf dem dritten Rang liegt Wiebes‘ Landsfrau Demi Vollering (FDJ United-Suez) mit einem Rückstand von 16 Sekunden.

Erfolgssträhne und angepasstes Training

Wiebes‘ Sieg in Genf war ihr zweiter Erfolg in Folge bei der diesjährigen Tour de France Femmes. Seit Ende Juli verzeichnete die Sprinterin fünf Siege in fünf Rennen, beginnend mit der Polen-Rundfahrt. Insgesamt ist es ihr sechzehnter Saisonerfolg. Seit der Wiedereinführung der Tour hat keine andere Fahrerin so viele Etappen gewonnen wie Wiebes, die nun bei sieben Etappensiegen steht.

Die Straßen-Europameisterin von 2024 hat eine wechselvolle Geschichte mit der Tour. In den Jahren 2022 und 2023 musste sie die Rundfahrt aufgrund von Stürzen abbrechen. Erst im vergangenen Jahr gewann sie als beste Sprinterin ihr erstes Wertungstrikot. Wiebes beschreibt sich selbst als schüchtern, doch im Sprintfinale schalte sie den Kopf ab und konzentriere sich so sehr, dass ihr Killerinstinkt einsetze.

Ein Grund für ihre aktuelle Form könnte ein angepasstes Training sein. Wiebes hat ihr Training umgestellt, um sich im Klettern zu verbessern, während sie ihre Sprintfähigkeiten auf hohem Niveau hält. Seit diesem Winter hat sie zudem mehr Krafttraining absolviert, wobei der Fokus auf explosiven Elementen liegt. Dieses Training könnte sich auch auf hügeligeren Etappen auszahlen, die normalerweise eher den Klassikerfahrerinnen liegen.

Lorena Wiebes
Lorena Wiebes Credit: sportschau.de

Ausblick auf die kommenden Etappen

Die dritte Etappe führt die Fahrerinnen am Montag aus der Schweiz heraus. Auf den 156,5 km zwischen Genf und Poligny sind die Hauptschwierigkeiten frühzeitig zu bewältigen, mit einem Anstieg direkt nach dem Start. Der Gipfel des Col de la Faucille (1. Kategorie) wird bereits nach 24 km erreicht. Danach gibt es jedoch ausreichend Gelegenheit, den Anschluss wiederherzustellen.

Sollte keine Ausreißergruppe das Ziel erreichen und Wiebes unversehrt bleiben, könnte sie ihren dritten Etappensieg in Folge anstreben. Die Tour endet am 9. August in Nizza.

Die deutsche Zeitfahrmeisterin Antonia Niedermaier kam zeitgleich mit Wiebes ins Ziel der zweiten Etappe und liegt im Gesamtklassement auf Platz 17. Franziska Koch und Liane Lippert, weitere prominente deutsche Fahrerinnen, hatten bereits am Samstag Rückstände von mehr als elf Minuten kassiert.

Source: sportschau.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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