Philipsen gewinnt 17. Etappe der Tour de France und belebt Kampf ums Grüne Trikot
Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) hat die 17. Etappe der Tour de France gewonnen und damit den Wettbewerb um das Grüne Trikot wieder spannender gemacht. Der Belgier sicherte sich den Sieg im Zielsprint in Voiron, nachdem er sich auf der 174,7 Kilometer langen Strecke von Chambéry durchgesetzt hatte. Dies war sein erster Etappensieg bei der diesjährigen Tour.
Mit diesem Erfolg rückt Philipsen in der Sprintwertung näher an Mads Pedersen heran, der das Grüne Trikot trägt. Philipsen liegt nun mit 445 Punkten nur noch sieben Punkte hinter dem Dänen, der 452 Punkte hat. Pedersen beendete die Etappe in Voiron als Achter. Es ist denkbar, dass die Entscheidung um das Grüne Trikot erst am Sonntag in Paris fällt.
Philipsens erster Sieg und die Rolle des Teams
Philipsen zeigte sich nach dem Rennen sichtlich erleichtert. Er hatte zuvor bei den fünf Massensprints der 113. Auflage der Tour de France nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen können. In seiner Karriere hatte er vor diesem Mittwoch bereits zehn Tour-Etappen gewonnen. Sein Sieg zum Auftakt der Tour im vergangenen Jahr endete kurz darauf mit einem schweren Sturz und der Aufgabe.
Der Belgier betonte, dass die ersten zwölf Tage der Tour für ihn schwierig gewesen seien. Er widmete den Sieg seinem Team, das stets an ihn geglaubt habe. „Die ersten zwölf Tage waren schrecklich“, sagte er nach dem Rennen. „Den Sieg gebe ich ans Team weiter, das nie aufgehört hat, an mich zu glauben.“ Auch Mathieu van der Poel, ein wichtiger Anfahrer für Philipsen, war an diesem Erfolg beteiligt.
Die Etappe, die eigentlich eher für Ausreißergruppen als für Sprintexperten konzipiert war, markierte eine Art Wiederauferstehung für Philipsen. Er setzte sich im Zielsprint vor dem Schweizer Mauro Schmid und dem Niederländer Olav Kooij durch.
Deutsche und Schweizer Fahrer glänzen
Der deutsche Straßenmeister Felix Engelhardt (Jayco AlUla) spielte auf der Etappe eine wichtige Rolle. Er war lange Zeit Teil einer Ausreißergruppe und trug dazu bei, dass andere Teams die Nachführarbeit leisten mussten. Engelhardt war auch maßgeblich daran beteiligt, dass sein Teamkollege Schmid den zweiten Platz belegte.
Schmid, der nach dem Sieg auf Etappe 13 in Belfort nun erneut ein Spitzenresultat für sein australisches Team Jayco – AlUla erzielte, zeigte sich zufrieden mit seiner Leistung. Er erklärte, dass er sich nach einer schwierigen ersten Woche bei der Tour de Suisse und der Tour de France, möglicherweise aufgrund der Hitze, nun besser fühle, da die Temperaturen gesunken seien. „Bei mir ist jetzt wirklich ein bisschen der Knopf aufgegangen“, sagte Schmid.
Engelhardt selbst kommentierte seine Rolle in der Ausreißergruppe mit den Worten: „Da war ich eher die kleinste Kerze auf dem Kuchen.“ Er war Teil einer illustren Kleingruppe, die sich nach einer Beschleunigung von Mads Pedersen gebildet hatte. Diese Gruppe, zu der auch der Weltmeister von 2019, Michal Kwiatkowski, gehörte, konnte jedoch keinen entscheidenden Vorsprung herausfahren und wurde 15 Kilometer vor dem Ziel eingeholt.
Trotz des verpassten Etappensieges für Engelhardt und Schmid zeigte das Team Jayco-AlUla eine starke Vorstellung. Neben Schmid und Engelhardt waren auch Ben O’Connor und Michael Matthews in der großen Selektion dabei. Matthews, der im Sprint von Voiron Neunter wurde, war nach dem Rennen enttäuscht, da er Schmids Hinterrad kurz vor der Flamme Rouge aufgegeben hatte.
Der deutsche Profi Pascal Ackermann spielte im Sprint der Spitzengruppe keine Rolle, was angesichts des harten Rennverlaufs nicht überraschte. Er gab an, dass sich das Thema Sprint für ihn bereits auf den schweren ersten 50 Kilometern im Bauges-Massiv erledigt hatte. Luke Durbridge und Luke Plapp erreichten das Ziel mit Ackermann im Hauptfeld 8:46 Minuten nach Sieger Philipsen und Schmid.
Auswirkungen auf die Gesamtwertung und weitere Entwicklungen
An der Gesamtwertung der Tour de France gab es keine überraschenden Änderungen. Tadej Pogacar (Slowenien) führt weiterhin mit einem Vorsprung von 4:32 Minuten vor Remco Evenepoel (Belgien). Deutschlands bester Fahrer im Klassement ist nach dem Sturz von Florian Lipowitz nun Nils Politt, der allerdings mit über drei Stunden Rückstand auf Platz 73 liegt.
Florian Lipowitz, der am Dienstag schwer gestürzt war und sich einen Schlüsselbeinbruch zuzog, musste das Rennen beenden. Er wurde operiert und hofft, noch in diesem Jahr sein Comeback feiern zu können. Die beiden Mädchen Anne und Ida aus Ulm, die Lipowitz mit einem Plakat unterstützten, mussten ihre Botschaft nach seinem Ausscheiden ändern.
Die verbleibenden vier Etappen versprechen weiterhin Spannung. Schmid äußerte den Wunsch nach weiteren mittelschweren Teilstücken und sieht auch die Schlussetappe in Paris als gute Gelegenheit für sein Team. Er erwähnte, dass Jayco-AlUla in den Bergen vor allem auf O’Connor und Plapp setzen wird, und traut auch Schmid weiterhin viel zu.
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Source: sueddeutsche.de
