Pidcock rückt in Tour-Gesamtwertung vor, sieht sich aber im Zeitfahren im Nachteil
Auf der 13. Etappe der Tour de France 2026 in Belfort hat Tom Pidcock einen deutlichen Sprung in der Gesamtwertung gemacht. Der Brite beendete die Etappe als Dritter und rückte vom zehnten auf den vierten Platz vor. Er liegt nun neun Sekunden hinter dem drittplatzierten Remco Evenepoel.
Jens Zemke, Pidcocks Sportlicher Leiter, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, obwohl das ursprüngliche Ziel, die Etappe zu gewinnen, verfehlt wurde. Pidcock gewann inklusive Bonussekunden 7:34 Minuten auf die Klassementfahrer um Tadej Pogacar. Zemke betonte, dass der Sprung in der Gesamtwertung sehr wichtig sei.
Pidcocks Etappenleistung und Herausforderungen
Pidcock selbst äußerte sich nach der Etappe positiv, obwohl er den Etappensieg knapp verpasste. Ihm fehlten zwei Sekunden auf die beiden Spitzenreiter Mauro Schmid und Harold Tejada. In der zehnköpfigen Ausreißergruppe war Pidcock isoliert, da viele Augen auf ihn gerichtet waren, was Manöver erschwerte.
Der Allrounder erklärte, dass es schwierig war, allein in der Gruppe zu sein, besonders am Anstieg. Er konnte sich nicht absetzen und war auf der Ebene im Nachteil. Pidcock konzentrierte sich zudem auf die Fahrer von UAE, die er als gefährlich einschätzte, übersah dabei aber Schmid von Jayco – AlUla, der sich mit Tejada absetzte.
Zemke ärgerte sich über die verpasste Chance auf den Etappensieg, sah den Zeitgewinn im Klassement jedoch als Trost. Er wies die Annahme zurück, dass die Ausreißer einen größeren Kraftaufwand betrieben hätten, da die Gruppe hinten ebenfalls hart zu kämpfen hatte.

Reaktionen der Konkurrenz und Ausblick
Die Konkurrenz zeigte sich überrascht über Pidcocks Vorstoß. Tadej Pogacar, der die Gesamtwertung anführt, sah Pidcocks Präsenz in der Spitzengruppe als vorteilhaft für sein Team, da andere Mannschaften die Nachführarbeit leisten mussten. Florian Lipowitz von Red Bull – Bora – hansgrohe räumte ein, dass es nicht optimal war, Pidcock ziehen zu lassen, warnte aber davor, ihn zu unterschätzen, da er bereits bei der Vuelta ein Podiumskandidat war.
Patxi Vila, Sportlicher Leiter von Red Bull – Bora – hansgrohe, erklärte, dass sein Team erst spät in die Aufholjagd eingriff, da eine Ausreißergruppe von 50 Fahrern schwer zu kontrollieren sei. Das Hauptziel seines Teams war der Etappensieg mit Maxim Van Gils. Vila sieht Pidcock nicht als großen Konkurrenten, räumt aber ein, dass die Anstrengung des Briten ihren Tribut fordern wird.
Mads Pedersen von Lidl – Trek gab Fehler zu und sprach von einem „Riesenfehler“, 30 Fahrer ohne eigene Beteiligung ziehen zu lassen. Sein Teamkollege Matthias Skjelmose hätte sich ein früheres Eingreifen gewünscht, um Pidcock einzufangen, betonte jedoch, dass dies die Entscheidung der Sportdirektoren war. Steven De Jongh, Pedersens Chef, sah die Umstände als Ursache und nicht als Fehler seines Teams.
Pidcock blickt zuversichtlich auf die entscheidende Phase der Tour de France. Er hält die Top Ten für realistisch, schränkte jedoch ein, dass er im Zeitfahren viel Zeit verlieren werde. Die Stimmung im Team sei gut, und Pidcock sei in guter Form, nachdem er zu Beginn der Rundfahrt mit Sitzproblemen zu kämpfen hatte.

Zemke geht davon aus, dass die Konkurrenz Pidcock noch nicht richtig einschätzt, da sie vielleicht spekulieren, dass er den Preis für seine Anstrengung in den kommenden Tagen zahlen wird. Pidcock selbst äußerte, dass das Mitfahren im Peloton keinen Spaß machen würde und er sich bewusst war, dass der Etappensieg vorne entschieden würde.
Er wusste, dass man an solchen Übergangstagen auch für das Gesamtklassement Zeit gewinnen kann. Pidcock war einer von zwei Außenseitern für die Gesamtwertung in einer Ausreißergruppe von rund 55 Fahrern, hinter der stundenlang keine ernsthafte Verfolgung stattfand.
Pidcock sagte, dass er im Finale gegen Jayco und UAE in der Überzahl unterlegen war. Er gewann den Sprint hinter Mauro Schmid und Harold Tejada.
Trotz des verpassten Etappensieges war es für ihn ein positiver Tag, da er auf der Straße 7:30 Minuten auf die direkte Konkurrenz gewann.
Pidcock liegt nun neun Sekunden hinter Remco Evenepoel und dem Tour-Podium.

Er erklärte, dass er im Zeitfahren ohnehin ein paar Minuten verlieren wird und die Beine am nächsten Tag spüren wird.
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Source: radsport-news.com
