Drama gegen Ungarn: Unsere U20-Handballer werfen Halbfinale weg - BILD
Drama gegen Ungarn: Unsere U20-Handballer werfen Halbfinale weg - BILD

U20-Handballer scheitern im Viertelfinale der Europameisterschaft gegen Ungarn

Dramatisches Viertelfinale in Rumänien

Die deutschen U20-Handballer haben bei der Europameisterschaft in Rumänien das Halbfinale verpasst. In einem hart umkämpften Viertelfinale unterlag das Team von Trainer Martin Heuberger der Auswahl Ungarns mit 25:27 (13:15). Die Partie, die in der Arena in Turda ausgetragen wurde, entwickelte sich von Beginn an zu einem intensiven Duell, das von robusten Abwehrreihen geprägt war.

Bereits im Vorfeld hatte Trainer Heuberger vor der ungarischen Mannschaft gewarnt und sie als „brandgefährlich“ bezeichnet. Diese Einschätzung bestätigte sich im Spielverlauf, da die bewegliche Abwehr der Ungarn dem deutschen Team Schwierigkeiten bereitete. Zudem zeigte der ungarische Torwart Adam Balogh eine starke Leistung, an der die deutschen Angreifer oft scheiterten. Auf deutscher Seite hielt Finn Knaack, der Schlussmann vom TUSEM Essen, sein Team mit wichtigen Paraden im Spiel.

Nach 15 Minuten führte Heubergers Mannschaft knapp mit 7:6. Beide Teams zeigten im Angriff Nervosität, besonders gegen Ende der ersten Hälfte, wo die deutschen Spieler eine vierminütige Phase ohne Treffer erlebten. Dies führte zu einem 13:15-Rückstand zur Halbzeitpause.

Aufholjagd und knappe Entscheidung

Die deutsche Mannschaft hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Nach 35 Minuten lag das Team mit 14:19 zurück, was eine schwierige Phase für die Mannschaft darstellte. Trainer Heuberger nahm in dieser kritischen Phase eine Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Trotz des Rückstands kämpften sich die deutschen U20-Handballer zurück in die Partie.

In der 43. Minute gelang Julien Sprößig vom Stuttgarter Team der Ausgleich zum 19:19, nachdem er einen Abspielfehler der Ungarn bestraft hatte. Dies markierte den Beginn einer packenden Schlussphase, in der das Spiel durch Kleinigkeiten entschieden wurde. Nach einer Zeitstrafe gegen Ungarn hatte Deutschland die Chance, in Überzahl in Führung zu gehen, konnte diese jedoch nicht nutzen. Auch Julius Hein vom TSV Bayer Dormagen musste nach einem harten Einsteigen eine Zweiminutenstrafe hinnehmen.

Die Partie blieb bis zur letzten Minute spannend. Bei einem Stand von 25:25 in der 59. Minute deutete sich ein Handball-Krimi an, wobei ein Unentschieden eine Verlängerung bedeutet hätte. Doch Ungarn zog kurz vor Schluss erneut in Führung. Eine Auszeit von Trainer Heuberger 30 Sekunden vor dem Ende konnte die Niederlage nicht mehr abwenden, und Ungarn gewann das Viertelfinale schließlich mit 27:25.

Blick auf die weiteren Spiele

Für die deutschen U20-Handballer bedeutet das Ausscheiden im Viertelfinale, dass sie am Freitag um die Plätze 5 bis 8 kämpfen werden. Der nächste Gegner ist Spanien. Das Spiel findet um 18:30 Uhr statt.

In den weiteren Viertelfinal-Begegnungen setzten sich die Favoriten durch. Dänemark besiegte die Schweiz mit 36:29, während Schweden gegen Frankreich mit 39:28 gewann. Spanien schied überraschend deutlich mit 23:30 gegen Slowenien aus. Die Halbfinalspiele sehen nun Schweden gegen Dänemark um 16:00 Uhr und Ungarn gegen Slowenien um 18:30 Uhr vor.

Der Nachwuchs des Deutschen Handballbundes (DHB) hatte in den vergangenen Jahren Erfolge gefeiert. Die U19-Juniorinnen wurden 2025 Europameister, und ein Großteil dieses Kaders gewann später als U20 den Weltmeistertitel. Die U17-Junioren sicherten sich 2025 die Weltmeisterschaft, und die damalige U19 holte vor einem Jahr ebenfalls den Welt-Titel. Diese Erfolgsgeschichte wurde nun im Viertelfinale der aktuellen Europameisterschaft beendet.

Während des Spiels gab es auch einige kuriose Momente, wie tropfendes Wasser durch das Hallendach in Rumänien, das zur Aufstellung von Eimern neben dem Spielfeld führte. Spieler wie Tom Koschek vom SC DHfK Leipzig und Bennet Strobel von der HSG Balingen-Weilstetten waren in wichtige Aktionen involviert, wobei Koschek seine Siebenmeter zunächst sicher verwandelte, bevor ein ungarischer Torwartwechsel seinen Wurf an den Pfosten lenkte. Leonard Zink vom VfL Lübeck-Schwartau verkürzte ebenfalls für Deutschland.

Die deutsche Mannschaft zeigte in der ersten Hälfte phasenweise leichtes Oberwasser, lud die Ungarn jedoch durch technische Unsauberkeiten zu Toren ein, was zum Rückstand zur Pause führte. In der 27. Minute nahm das ungarische Team seine erste Auszeit. Die Partie war von Beginn an intensiv, mit vielen Zweikämpfen und frühen Zeitstrafen für Ungarn. Der erste Treffer der deutschen Mannschaft fiel nach einem Durchbruch über die linke Seite, gefolgt von einer schnellen Antwort der Ungarn aus der zweiten Reihe.

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Source: bild.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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