Besucherredkord bei Finals 2026 in Hannover: 480.000 sahen das Sportevent - HAZ
Besucherredkord bei Finals 2026 in Hannover: 480.000 sahen das Sportevent - HAZ

Hannover verzeichnet Besucherrekord bei den Finals und erwägt erneute Bewerbung

Die diesjährigen Finals in Hannover haben eine hohe Besucherzahl verzeichnet. Insgesamt waren rund 480.000 Zuschauer vor Ort, wie die Veranstalter bei der Abschluss-Pressekonferenz mitteilten. Trotz des großen Andrangs mussten einige Sportstätten aufgrund von Überfüllung zeitweise geschlossen werden.

Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, bezeichnete die Veranstaltung als ein „Sommermärchen“ für die Stadt. Er äußerte die Möglichkeit einer erneuten Bewerbung Hannovers für die Austragung der Finals in den Jahren 2030 oder 2031. Auch Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens zeigte sich demnach begeistert von dem Event.

Sportliche Höhepunkte und lokale Erfolge

Während der Finals gab es mehrere bemerkenswerte sportliche Leistungen. Der 35-jährige Hannoveraner Andreas Toba gewann im Turnen am Reck seine zweite Medaille, nachdem er bereits am Freitag Bronze im Mehrkampf geholt hatte. Toba, der seine internationale Karriere bereits beendet hat und als Nachwuchstrainer tätig ist, trat in seiner Heimatstadt bei den Deutschen Meisterschaften an und sicherte sich zwei Medaillen.

Andreas Toba gewann bei den Finals in Hannover die Bronzemedaille am Reck.
Andreas Toba gewann bei den Finals in Hannover die Bronzemedaille am Reck. Credit: ndr.de

Ein weiterer Erfolg für Niedersachsen war der Gewinn der Goldmedaille im Sprung durch den Turner Marcel Graf aus Rinteln. Glen Trebing aus Hannover holte zudem Bronze am Barren. Dank dieser beiden Turn-Medaillen verbesserte sich Niedersachsen in der Länderwertung auf den siebten Platz. Die Länderwertung ermittelt das erfolgreichste Bundesland ähnlich einer Nationenwertung bei Olympischen Spielen, wobei die Zuordnung auf dem Verein der Sportler basiert.

Im Schwimmen kämpfte Sven Schwarz aus Hannover um eine Goldmedaille im Kombinations-Wettbewerb Freistil. Nach einem Rennen über 800 Meter war er auf Titelkurs und konnte über die 400-Meter-Strecke die Goldmedaille sichern, wobei die Zeiten beider Rennen zusammengezählt wurden.

Beliebte Sportarten und organisatorische Aspekte

Einige Sportarten erfreuten sich besonderer Beliebtheit bei den Zuschauern. Dazu gehörten Breaking, Rapid Surfen und Speedklettern. Das Neue Rathaus, ein Austragungsort für Breaking, war zeitweise komplett ausgelastet, sodass Besucher nur nachrückten, wenn andere das Gebäude verließen. Auch die Leinewelle für Rapid Surfen war an beiden Tagen stark frequentiert, was die Veranstalter dazu veranlasste, Besucher aufzufordern, nicht mehr dorthin zu kommen.

Mehrere Beteiligte der Finals 2026 in Hannover stehen in einer Reihe.
Mehrere Beteiligte der Finals 2026 in Hannover stehen in einer Reihe. Credit: ndr.de

Das Gewichtheben feierte in diesem Jahr seine Premiere bei den Finals. Der Mannschaftswettbewerb umfasste die neun stärksten Teams der „German Weightlifting Bundesliga“. Die Athleten absolvierten die Teildisziplinen Reißen und Stoßen, deren Ergebnisse am Ende zusammengezählt wurden. Der Aufbau der Wettkampfbühne für das Gewichtheben wurde von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern bis in die Nachtstunden durchgeführt.

Trotz des teilweise ungemütlichen Wetters, das beispielsweise zu einer Unterbrechung des Speedkletterns am Opernplatz führte, fanden sich viele Zuschauer am Maschsee ein, um die Kanu-Rennen zu verfolgen. Beim Bogenschießen mussten freiwillige Helfer eine Aufstellwand während der Siegerehrung gegen den Wind sichern.

Sicherheitskonzept und Kosten

Die Finals in Hannover wurden von einem sichtbaren Sicherheitskonzept begleitet, das auch Awareness-Teams umfasste. Diese Teams waren für Besucher bei Problemen ansprechbar, boten vertrauensvolle Gespräche an und stellten bei Bedarf Rückzugsorte bereit. Ihre Aufgaben umfassten Anti-Diskriminierungs-Arbeit und Gewaltprävention. Die häufigsten Anfragen betrafen verlorene Kinder oder Eltern, die jedoch alle wiedergefunden wurden.

Die Gesamtkosten für die Ausrichtung der Finals beliefen sich auf rund 10 Millionen Euro, wobei der Anteil der Stadt 1,5 Millionen Euro betrug. Bürgermeister Belit Onay bezeichnete diese Ausgaben angesichts des Werbewerts durch die Live-Übertragungen in ARD und ZDF als „ein echtes Schnäppchen“.

Die Stadt Hannover plant nun, die Kalender für eine mögliche erneute Bewerbung für die Finals 2030 oder 2031 zu prüfen. Für das Jahr 2030 hat sich bereits Dresden beworben, während Stuttgart im Jahr 2027 Gastgeber der Veranstaltung sein wird.

Source: ndr.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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