Mainz: Rudi Völler gesteht Rücktrittsgedanken nach WM-Aus
Völler erwog Rücktritt nach WM 2026
Rudi Völler, der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat auf dem Internationalen Trainerkongress in Mainz zugegeben, dass er nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 einen Rücktritt in Betracht gezogen hat. Er berichtete, dass er „nah dran“ gewesen sei, seine Position aufzugeben, da er überlegt habe, ob es nach dem Turnier noch sinnvoll sei, weiterzumachen.
Die deutsche Nationalmannschaft schied bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus. Nach dieser Niederlage trennte sich der DFB von Julian Nagelsmann, dem damaligen Bundestrainer. Völler erklärte, dass Nagelsmann zu diesem Zeitpunkt „keine Lobby mehr“ gehabt habe und jede seiner Entscheidungen negativ ausgelegt worden sei.

Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp
Nach Gesprächen mit der Führungsspitze des DFB und dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp entschied sich Völler jedoch, seinen Vertrag bis zur EM 2028 zu erfüllen. Er betonte, dass Klopp eine „enorme Vita“ habe und seine Unterstützung zugesichert habe. Völler äußerte seine Freude über Klopps Ernennung und lobte dessen Fähigkeit, Menschen mitzureißen, die er als Klopps „ganz große Stärke“ neben seinem Fußball-Sachverstand bezeichnete.
Völler sieht in Klopp den richtigen Mann, um die Nationalmannschaft wieder zu begeistern und attraktiveren Fußball zu spielen. Er hofft, dass es unter dem neuen Bundestrainer mittelfristig wieder bergauf gehen wird. Völler ist überzeugt, dass Klopp die „Wucht und die Macht“ besitzt, auch neue Dinge auszuprobieren, und dass man bei ihm eher ein Auge zudrücken werde, wenn etwas nicht sofort funktioniert.
Anforderungen an die Nationalspieler
Der DFB-Sportdirektor skizzierte auch erste Konturen der Nationalelf unter Jürgen Klopp. Er betonte, dass sich jeder der Kandidaten auf Klopps Liste „über Leistung“ empfehlen müsse. Völler erklärte, dass Spieler jederzeit damit rechnen müssten, überprüft zu werden, ob sie noch zur Mannschaft gehören dürfen.
Klopp werde jene Stars auswählen, die seinen „Heavy-Metal-Fußball“ spielen können. Spieler, die diese Anforderungen nicht erfüllen, würden demnach nicht aufgestellt oder nominiert. Völler nannte Kai Havertz, Florian Wirtz und Jamal Musiala als Beispiele für Weltklasse-Spieler und erwähnte, dass Serge Gnabry „sicherlich noch ein Thema sein“ werde. Er forderte zudem eine bessere Verteidigung und mehr Widerstandsfähigkeit, damit es „schwerer werden“ müsse, die deutsche Mannschaft zu schlagen.
Jürgen Klopp selbst verzichtete auf eine Teilnahme am Trainerkongress in Mainz, da er vor seinem ersten Spiel keine weiteren Schlagzeilen liefern wollte. Er hatte jedoch eine Grußbotschaft gesendet, in der er die Wichtigkeit seines Amtes als Bundestrainer hervorhob.
Source: sportschau.de
