Tour de France: Tadej Pogačar siegt zum fünften Mal: Über ihm kommt nur noch der Himmel - Spiegel
Tour de France: Tadej Pogačar siegt zum fünften Mal: Über ihm kommt nur noch der Himmel - Spiegel

Tadej Pogačar erreicht fünften Tour de France Gesamtsieg

Tadej Pogačar hat mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Der Slowene reiht sich damit in den Kreis der Rekordsieger ein. Diesen Erfolg feierte er im Alter von 27 Jahren, was ihn deutlich jünger macht als frühere Rekordhalter wie Eddy Merckx (29), Bernard Hinault und Jacques Anquetil (beide 30) sowie Miguel Indurain (31) zum Zeitpunkt ihres fünften Triumphs.

Die Überlegenheit des Weltmeisters vom UAE Team Emirates hat jedoch auch Fragen aufgeworfen. Trotz dieser Zweifel erhält Pogačar Unterstützung von prominenten Persönlichkeiten. Greg LeMond, ein dreifacher Tour de France-Sieger und bekannter Dopinggegner, verteidigte Pogačar in einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L’Equipe“.

LeMond betonte, dass Pogačar ein außergewöhnliches Talent besitze. Er erklärte, dass gelegentlich unter Millionen von Menschen jemand auftauche, der drei oder vier Prozent mehr Fähigkeiten habe. Dies sei zwar kein großer Unterschied, könne aber bei der Tour de France alles verändern. LeMond zog einen Vergleich zu Lance Armstrong und hob hervor, dass Armstrong dieses Talent nicht besessen habe, sondern es erst mit 28 Jahren „gefunden“ habe. Er wies darauf hin, dass die Diskussionen über Wattwerte zwar verbreitet seien, aber manche Menschen einfach mit einem sehr hohen VO2max-Wert geboren würden.

Der dreifache Tour-Sieger LeMond, der in den Jahren 1986, 1989 und 1990 triumphierte, kritisierte Armstrong erneut. Er bezeichnete es als einen kompletten Unterschied zu jemandem, der einen niedrigen VO2max-Wert habe und siebenmal die Tour de France gewinne. Armstrong wurden alle seine Tour-Siege aufgrund von Doping aberkannt. LeMond zeigte sich zuversichtlich, dass Pogačar die inzwischen gelöschte Rekordmarke Armstrongs bei der Grande Boucle übertreffen könnte. Er prognostizierte, dass Pogačar, sofern er keine Unfälle oder körperlichen Probleme erleide, noch drei oder vier Jahre auf diesem Niveau weitermachen und mindestens sieben Tour-Siege erringen werde.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums seines ersten Triumphs in Paris stand LeMond am Sonntag bei der Siegerehrung auf den Champs-Élysées gemeinsam mit Pogačar auf dem Podium. LeMonds Sieg war damals der erste eines US-Amerikaners und wurde nach einem intensiven Duell mit seinem Teamkollegen Bernard Hinault errungen.

Umgang mit Dopingtests und internationale Reaktionen

Pogačar selbst äußerte sich auf der Abschlusspressekonferenz der Tour zu den Dopingkontrollen. Er berichtete von „seltsamen Kontrollen“ seit Beginn seiner Tour-Teilnahmen, darunter Besuche der Kontrolleure um 05:00 Uhr morgens oder eine halbe Stunde vor dem Start schwieriger Bergetappen am Teambus. Er akzeptierte dies jedoch als Teil der Arbeit der Kontrolleure.

Er erklärte, dass er sich mit den permanenten Dopingtests auch im Alltag arrangiert habe. Für ihn sei es mittlerweile wie ein kurzer Gang zum Supermarkt, nichts Besonderes mehr. Neben LeMond sprachen sich auch andere kritische Beobachter der Szene, wie der ehemalige Dopingsünder David Millar und der Armstrong-Jäger David Walsh, für Pogačar und seine Integrität aus. Selbst UAE-Teamchef Mauro Gianetti äußerte sich nach Jahren des Schweigens zu seiner umstrittenen Vergangenheit als Fahrer und Teamchef, konnte dabei aber laut einem Bericht nicht vollständig überzeugen.

Die internationale Presse reagierte begeistert auf Pogačars fünften Sieg. Die französische „L’Equipe“ bezeichnete seinen Erfolg als „Monumental“, während „Le Parisien“ schrieb, er sei „in den Olymp des Radsports aufgestiegen“ und ein „fünfter Stern katapultiert ihn in die Galaxie der Tour de France-Giganten“. „Le Figaro“ beschrieb ihn als „unantastbar, unerbittlich, unbeugsam“ und konstatierte, dass er „mit seinem fünften Sieg in die Legende der Tour de France eingeht“.

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picture Credit: eurosport.de

In Spanien feierte „AS“ Pogačar als „Legende“, der „nicht mit einem einfachen Sieg zufrieden“ sei, sondern „mit Stil gewinnen und Geschichte schreiben“ wolle. „Marca“ hob hervor, dass er mit 27 Jahren in den Kreis von Anquetil, Merckx, Hinault und Indurain aufsteige, eine Schwelle, die bisher den absoluten Legenden vorbehalten war. Die slowenische Zeitung „Delo“ erklärte, Pogačars „gelber Thron ist unangreifbar“, und „Radiotelevizija Slovenija“ fand, dass „die Superlative längst erschöpft“ seien.

Italienische Medien schlossen sich dem Lob an. Die „Gazzetta dello Sport“ krönte Pogačar zum fünften Mal zum König und betonte, er habe seinen „Legendenstatus zementiert“. „Tuttosport“ nannte ihn „Kaiser“ und „Legende“, während der „Corriere dello Sport“ seinen fünften Triumph als Legendenstatus hervorhob. Der „Corriere della Sera“ hob die letzte Etappe der Grande Boucle 2026 hervor, die sich dank Pogačar und Mathieu van der Poel zu einer großartigen Etappe entwickelte.

Auch die Schweizer Presse würdigte Pogačars Leistung. Der „Tagesanzeiger“ beschrieb ihn als „unersättlich, unbesiegbar“ und bemerkte, dass er „Rekorde pulverisiert“ werde. Die „Neue Zürcher Zeitung“ stellte fest, dass sich Tadej Pogačar „vom Sonnyboy zum Leader entwickelt“ habe. Belgische Medien, wie „Het Laatste Nieuws“, hoben die zahlreichen Meilensteine und Rekorde hervor, die Pogačar auf dieser Tour erreicht hat, und seine „haushohe Überlegenheit“ über die Konkurrenz über drei Wochen hinweg.

Source: spiegel.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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