Belgiens Aus bei der WM gegen Spanien: Das Drama des Thibaut Courtois - Sport - SZ.de - SZ.de
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Belgiens WM-Aus gegen Spanien: Drama um Courtois und Lammens

Das Viertelfinale der Weltmeisterschaft zwischen Belgien und Spanien endete mit einem bitteren Ausscheiden für die Belgier, wobei das Torwart-Drama eine zentrale Rolle spielte. Thibaut Courtois, der Stammtorhüter von Real Madrid, musste verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen, was zu einem Einsatz seines Ersatzmannes, Senne Lammens, führte. Das Spiel endete mit einer 1:2-Niederlage für Belgien.

Nach 71 Minuten wurde Courtois aufgrund starker Schmerzen im Quadrizeps ausgewechselt. Er erklärte, dass er trotz der Schmerzen im Tor hätte bleiben können, insbesondere bei kurzen Pässen, aber der Trainer entschied sich für einen Wechsel, um nur Spieler auf dem Feld zu haben, die zu 100 Prozent fit waren. Lammens, der seit dieser Saison die Nummer eins bei Manchester United ist, kam daraufhin ins Spiel. Rund eine Viertelstunde später unterlief Lammens ein Patzer bei einem Weitschuss von Pau Cubarsí, den er nach vorne abprallen ließ. Der kurz zuvor eingewechselte Mikel Merino nutzte die Gelegenheit und erzielte das späte Siegtor für den Europameister in der 88. Minute.

Courtois, der selbst untröstlich war, versuchte, seinen Ersatzmann zu trösten. Er umarmte Lammens fest und betonte, dass dies für einen Torwart ein „beschissenes Gefühl“ sei. Gleichzeitig sprach er Lammens Mut zu, indem er ihn als „fantastischen Torhüter mit einer vielversprechenden Zukunft“ bezeichnete und meinte, dieser Moment werde ihn stärker machen. Auch die Mannschaft stellte sich hinter Lammens. Brandon Mechele, ein Verteidiger Belgiens, merkte an, dass es kein einfacher Ball gewesen sei und die Abwehr ihm möglicherweise mehr hätte helfen können. Er betonte, dass Lammens daraus lernen müsse und die Gruppe füreinander da sein sollte.

Verletzungssorgen und zukünftige Entscheidungen

Die Verletzung von Courtois war nicht der einzige Rückschlag für Belgien in diesem Spiel. Kurzfristig musste das Team auch den Ausfall von Youri Tielemans verkraften, einem 29 Jahre alten Mittelfeldspieler von Aston Villa, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte. Zuvor hatte sich bereits Amadou Onana, ebenfalls von Aston Villa, im Achtelfinal-Sieg gegen die USA am Kreuzband verletzt. Trainer Rudi Garcia beklagte die Verletztenmisere und betonte, dass man gegen eine Mannschaft wie Spanien keine Fehler machen dürfe, da Details entscheidend seien und es an diesem Tag einfach nicht gereicht habe.

Für Thibaut Courtois, der inzwischen 34 Jahre alt ist, war dies sein 21. WM-Spiel für Belgien. Nur der deutsche Torhüter Manuel Neuer, der 40 Jahre alt ist, hat mit 23 Einsätzen weltweit mehr Weltmeisterschaftsspiele bestritten. Nach dem Spiel in Los Angeles war Courtois unsicher, ob dies sein letzter Einsatz als Nationaltorhüter gewesen sein könnte. Er erklärte, dass er darüber mit dem Trainer und Vincent Mannaert, dem Sportdirektor des belgischen Verbandes, sprechen müsse.

Courtois äußerte den Wunsch, in den Nations-League-Spielen im Herbst auszusetzen, um danach für die Qualifikation und möglicherweise die Europameisterschaft zurückzukehren. Er betonte jedoch, dass dies eine Entscheidung des Trainers und des Verbandes sei. Sollten diese seine Vorstellungen nicht teilen, müsste er darüber nachdenken, ob er weiterhin für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehen kann. Er schloss nicht aus, dass das Spiel gegen Spanien sein letztes gewesen sein könnte, obwohl er immer stolz und glücklich sei, für die „Roten Teufel“ zu spielen.

Courtois‘ mögliche Abschiedsgedanken

Schon vor Beginn des Turniers hatte Courtois Andeutungen über einen möglichen Rücktritt aus der Nationalmannschaft gemacht. Er erklärte, dass die Wahrscheinlichkeit, nach diesem Turnier nicht weiterzumachen, größer sei als die, fortzufahren. Seine Familie sei bei ihm, da dies sein letztes Turnier sein könnte. Er betonte jedoch auch den guten Zusammenhalt in der Mannschaft und die einzigartigen Momente, die sie bei diesem Turnier erlebt hatten.

Trotz der Freude am Spiel betonte der Keeper erneut, dass es vermutlich seine letzte Weltmeisterschaft sei, da er nicht glaube, noch vier weitere Jahre im gleichen Tempo weitermachen zu können. Courtois erinnerte vor dem Viertelfinale an die WM 2018, als Belgien im Viertelfinale gegen Brasilien nicht als Favorit galt und dennoch einen 2:1-Sieg errang. Er glaubte an das Überraschungspotenzial seines Teams und hob hervor, dass sie gemeinsam eine großartige Mannschaft seien und kämpfen würden, was das Spiel gegen Senegal (3:2 n. V.) gezeigt habe. Die Diskussionen über seine Zukunft als Nationalspieler werden nach dem Ausscheiden Belgiens fortgesetzt.

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Source: sueddeutsche.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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