(S+) Fußball-WM 2026 im Liveticker: Drei Erkenntnisse aus Spanien - Belgien
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Spanien besiegt Belgien im WM-Viertelfinale, Merino trifft spät

Spaniens Weg ins Halbfinale

Spanien hat sich in einem spannenden WM-Viertelfinale gegen Belgien mit einem 2:1-Sieg durchgesetzt und damit das Halbfinale erreicht. Das entscheidende Tor fiel kurz vor Schluss der Partie in Los Angeles. Dieser Erfolg markiert das erste Mal seit 2010, dass Spanien bei einer Weltmeisterschaft unter die letzten Vier einzieht. Das Team wird am kommenden Dienstag gegen Frankreich um den Einzug ins Endspiel kämpfen.

Der Siegtreffer für Spanien ereignete sich in der 88. Minute. Pau Cubarsi zog aus 25 Metern ab, und der belgische Torhüter Senne Lammens konnte den Ball nicht festhalten. Mikel Merino nutzte die Gelegenheit und staubte zum 2:1 ab. Merino hat sich bereits zuvor als Spieler für späte Tore bewiesen. Im Jahr 2024 köpfte er Spanien im EM-Viertelfinale gegen Deutschland in der 119. Minute weiter. Erst am Montag sorgte sein Tor in der ersten Minute der Nachspielzeit für einen 1:0-Sieg im Achtelfinale gegen Portugal.

Die Partie begann mit einem frühen Führungstreffer für Spanien. In der 30. Minute schoss Dani Olmo auf das Tor, und Thibaut Courtois wehrte den Ball direkt vor die Füße von Fabian Ruiz ab, der zum 1:0 traf. Ruiz, ein zweimaliger Champions-League-Sieger, feierte seinen Treffer mit dem Baby-Jubel. Diese Führung hielt jedoch nicht lange, denn Belgien gelang noch vor der Pause der Ausgleich.

In der 41. Minute nickte Charles De Ketelaere nach einer Flanke von Timothy Castagne den Ball zum 1:1 über die Linie. Dies war das erste Gegentor, das Spaniens Schlussmann Unai Simon bei dieser Weltmeisterschaft hinnehmen musste, nachdem er seinen Kasten zuvor 649 Minuten lang sauber gehalten hatte. Nach dem Ausgleich blieb das Spiel lange Zeit offen, bis Merino die Spanier erlöste.

Belgiens Torhüter-Tragik und Verletzungspech

Für Belgien war das Viertelfinale von einer Reihe unglücklicher Umstände geprägt, insbesondere im Tor. Stammkeeper Thibaut Courtois musste in der 71. Minute beim Stand von 1:1 wegen einer Oberschenkelverletzung vom Feld. Er wurde durch Senne Lammens ersetzt. Courtois hatte bereits beim spanischen Führungstreffer einen Schuss von Dani Olmo nur in die Mitte abwehren können, was zum Abstaubertor von Fabian Ruiz führte. Obwohl dies kein direkter Torwartfehler war, agierte der erfahrene Torhüter in dieser Situation unglücklich.

Senne Lammens, der erst sein drittes Länderspiel bestritt, wurde in einer Drucksituation eingewechselt. Sein Lapsus in der 88. Minute, als er einen Schuss von Pau Cubarsi nach vorne abprallen ließ, führte zum entscheidenden Gegentor. Dieser Fehler brachte die Iberer kurz vor Schluss auf die Siegerstraße und besiegelte Belgiens Ausscheiden aus dem Turnier. Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Lammens untröstlich und wirkte in diesem Moment wie der einsamste Mensch im WM-Stadion in Los Angeles.

Die Verletzung von Courtois war nicht das einzige Pech für Belgien. Schon vor Anpfiff musste Trainer Rudi Garcia unfreiwillig wechseln, da Kapitän Youri Tielemans sich beim Aufwärmen verletzte und kurzfristig durch Hans Vanaken ersetzt wurde. Garcia äußerte sich nach dem Spiel zu den Umständen: „Die Verletzungen waren natürlich nicht vorteilhaft für uns. Gegen so eine Mannschaft darf man keine Fehler machen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, vor allem, als wir ausgeglichen hatten. Manchmal zählen die Details, es hat heute einfach nicht gereicht.“

Courtois selbst gab nach der Partie an, dass er trotz starker Schmerzen im Quadrizeps gerne weitergespielt hätte. Er betonte, dass die Entscheidung des Trainers, ihn vom Feld zu nehmen, um Spieler zu haben, die zu 100 Prozent fit sind, kein Problem sei, da das Team über allem stehe. Für Courtois, der seit 2014 keine WM-Minute von Belgien verpasst hatte, war dies ein bitterer Abend. Er war bereits mit Tränen in den Augen vom Feld gegangen. Trotz des Fehlers von Lammens sprach Courtois seinem jungen Kollegen Mut zu und sagte, dass dieser Moment ihn stärker machen werde und Lammens ein fantastischer Torhüter mit einer vielversprechenden Zukunft sei.

Taktische Entscheidungen und zukünftige Aussichten

Auf spanischer Seite traf Trainer Luis de la Fuente vor dem Spiel eine überraschende taktische Entscheidung, indem er Pedri auf die Bank setzte. Zuvor hatte der Barcelona-Star in allen fünf Spielen von Beginn an gespielt. Gegen Belgien startete stattdessen Fabian Ruiz. Diese mutige Entscheidung zahlte sich aus, da Ruiz das erste Tor für Spanien erzielte.

Für Belgien könnte das Ausscheiden das Ende einer Ära bedeuten. Thibaut Courtois, Kevin De Bruyne, Axel Witsel und Romelu Lukaku, die alle Teil der sogenannten „Goldenen Generation“ waren, haben in den letzten zwölf Jahren keinen Titel gewonnen und könnten als die „Unvollendete Generation“ in die belgische Fußballgeschichte eingehen. Courtois plant, eine Pause von der Nations League einzulegen, um zur Ruhe zu kommen, und erwägt eine Rückkehr für die Qualifikationsspiele und möglicherweise die EM 2026. Die Entscheidung über seine Zukunft liegt jedoch beim Trainer und dem Verband, wobei auch die Entwicklung von Lammens eine Rolle spielen könnte.

Spanien hingegen blickt optimistisch auf das Halbfinale gegen Frankreich. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch in schwierigen Situationen bestehen kann und über Spieler verfügt, die in entscheidenden Momenten Tore erzielen können. Der Sieg gegen Belgien unterstreicht die Stärke des spanischen Mittelfelds, das als eines der besten der Welt gilt.

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Source: spiegel.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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