Dramatisches Finale über 5000 Meter
Dramatisches Finale über 5000 Meter
Florian Bremm hat am ersten Tag der Leichtathletik-EM in Birmingham eine Silbermedaille über 5000 Meter gewonnen. In einem taktisch geprägten Rennen zeigte der Athlet von Franconia Athletics eine starke Leistung und sicherte sich den zweiten Platz hinter dem norwegischen Superstar Jakob Ingebrigtsen.
Bremm hielt sich während des Rennens in der Spitzengruppe und erhöhte auf der letzten Runde das Tempo. Er positionierte sich zunächst an zweiter Stelle und übernahm kurzzeitig sogar die Führung. Auf der Zielgeraden wurde er jedoch von Jakob Ingebrigtsen überholt. Bronze ging an Etienne Daguinos aus Frankreich.
Für Jakob Ingebrigtsen war die Goldmedaille ein besonderer Erfolg, da er sich erst im Februar einer Achillessehnenoperation unterzogen hatte. Er hatte seit September keinen Wettkampf mehr bestritten.
Bremms emotionale Reaktion und taktische Meisterleistung
Nach dem Rennen zeigte sich Florian Bremm sichtlich bewegt. Er äußerte, dass er kaum Worte finden könne und dass der Leistungssport ein Kreislauf sei, der nie ende. Er hatte nie das Ziel, Europameister zu werden, und empfand das Erreichen dieser Position als unglaublich. Bremm beschrieb das Rennen als das stressigste seines Lebens, geprägt von viel Geschubse, bei dem er einfach nur versucht habe, „am Leben zu bleiben“.
Bremm betonte die Bedeutung der letzten 500 Meter, in denen man die Initiative ergreifen müsse, um nicht zurückzufallen. Er hob hervor, dass er einen guten „Kick“ besitze, aber auch andere Läufer diese Fähigkeit hätten. Für ihn war es entscheidend, auf den letzten 200 Metern vorne zu sein und in einer Position zu agieren, die ihm den Erfolg ermöglichte.
Die Silbermedaille von Florian Bremm ist die erste deutsche EM-Medaille über 5000 Meter seit 2016, als Richard Ringer Bronze gewann.
Weitere deutsche Athleten am ersten EM-Tag
Neben Florian Bremm konnte auch Kugelstoßerin Yemisi Mabry eine Medaille für Deutschland gewinnen. Sie sicherte sich Bronze im Kugelstoßen der Frauen mit einer Weite von 19,50 Metern. Die ersten beiden Plätze gingen an die Niederlande, mit Jessica Schilder als Siegerin und Jorinde van Klinken auf dem zweiten Platz.
Im 100-Meter-Sprint der Frauen schied Gina Lückenkemper im Halbfinale aus. Trotzdem zeigte sie sich zufrieden und sprach von „Tränen des Glücks“, da ein Startplatz bei der EM etwas Besonderes sei. Die Goldmedaille in dieser Disziplin gewann die Britin Amy Hunt.
Im 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen qualifizierten sich Lea Meyer und Gesa Felicitas Krause souverän für das Finale. Auch Olivia Gürth erreichte das Finale, das am Donnerstag stattfindet.
Im Hammerwurf der Männer qualifizierten sich Merlin Hummel und Sören Klose für das Finale. Hummel, der Vize-Weltmeister, hatte eine schwierige Qualifikation, schaffte es aber als Gesamt-Zehnter ins Finale der besten Zwölf, das am Dienstag ausgetragen wird.
Im Weitsprung der Männer verletzte sich der deutsche Meister Simon Batz beim Einspringen am linken Oberschenkel und konnte nicht am Wettkampf teilnehmen. Auch der italienische Weltmeister Mattia Furlani verletzte sich in der Qualifikation.
Alexander Stepanov erreichte im 800-Meter-Lauf der Männer das Halbfinale, das am Mittwoch stattfindet.
Die Mixed-Staffel über 4 x 400 Meter gewann Norwegen nach einem starken Endspurt, während Großbritannien und die Niederlande die weiteren Medaillenplätze belegten.

Die Leichtathletik-EM in Birmingham bietet weiterhin spannende Wettkämpfe, wobei die Finals in verschiedenen Disziplinen in den kommenden Tagen anstehen.
Source: bild.de
