Frankreich scheitert im WM-Halbfinale an Spanien
Frankreichs Halbfinal-Niederlage und die Expertenanalyse
Die französische Nationalmannschaft schied im WM-Halbfinale gegen Spanien mit einer 0:2-Niederlage aus. Dieser Auftritt der französischen Mannschaft, insbesondere der Star-Offensive um Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé, warf viele Fragen auf, da sie kaum Lösungen gegen die starken Spanier fanden. Im Anschluss an die Partie lieferten der ehemalige Weltmeister Christoph Kramer und der ehemalige Trainer Christian Streich im ZDF Erklärungsansätze für die Leistung der Franzosen.
Christoph Kramer hob hervor, dass man der französischen Mannschaft den Willen nicht absprechen könne. Er betonte, dass die Spieler gelaufen seien und gute individuelle Laufwerte gezeigt hätten. Für Kramer lag der entscheidende Unterschied jedoch darin, dass Frankreich es im Halbfinale nicht geschafft habe, als Einheit aufzutreten.
Der Ex-Profi erklärte, dass der große Unterschied darin liege, dass die Franzosen nicht zusammen agierten. Er merkte an, dass es bei einer Mannschaft voller individueller Ausnahmekönner eine besondere Herausforderung für den Trainer sei, diese „Rasselbande“ zu trainieren. Kramer nannte dabei Spieler wie Dembélé und Mbappé als Beispiele für internationale Top-Weltklasse-Leute.
Kramer wurde sehr deutlich in seiner Analyse des Anlaufverhaltens der Franzosen. Er sagte, dass Spanien ewig gegen sie spielen könne, nicht weil die französischen Spieler nicht wollten, sondern weil sie keinen „Bock“ hätten zu trainieren, und man es deswegen nicht einstudieren könne. Er verneinte auch vehement, dass es am Trainer Didier Deschamps lag, und bezeichnete die Situation auf diesem Niveau als „ein bisschen untrainierbar“.
Unterschiede in der Mannschaftskultur
Christian Streich teilte Kramers Einschätzung und lobte die Spanier. Er hob die Systematik hervor, mit der Spanien verteidigte, und nannte Spieler wie Lamine Yamal, Baena und Oyarzabal, die jedes Mal im Pressing aktiv wurden, wenn ein französischer Spieler den Rücken zeigte. Für Streich lag ein weiterer Schlüssel im Unterschied der Mannschaftskulturen.
Während der spanische Trainer Luis de la Fuente viele seiner Spieler bereits aus Jugendzeiten kannte, setzte sich Frankreichs Kader aus vielen Superstars mit großen Egos und unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Streich betonte die Demut und Dankbarkeit, die die spanischen Spieler ihrem Trainer entgegenbrachten, da er sie gefördert hatte. Dies sei eine andere Geschichte als bei der französischen Mannschaft.
Die festgefahrene Situation im Mittelfeld der französischen Mannschaft verhinderte, dass die „Les Bleus“ genügend Druck auf die gegnerische Abwehr ausüben konnten. Dies wurde als einer der Hauptgründe für die Niederlage und das Ausscheiden im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 genannt. Das Offensivquartett um Mbappé, Bradley Barcola, Olise und Ousmane Dembélé wurde aufgrund mangelnder Anbindung aus dem Mittelfeld häufig vom Ball ferngehalten.
Das zentrale Mittelfeldduo geriet unter ständigen Druck der spanischen Spieler und wurde isoliert, wodurch Frankreichs Angriffe an Tempo, Kreativität und Unberechenbarkeit einbüßten. Ein Beispiel für die frustrierende Leistung war eine Aktion von Tchouameni kurz vor der Halbzeitpause. Obwohl er nach einem Fehlpass des spanischen Torwarts Unai Simon eine Chance erhielt, agierte der Mittelfeldspieler sehr langsam mit dem Ball, was es der spanischen Abwehr ermöglichte, sich neu zu formieren und die Konterchance zunichtezumachen.
Im AT&T Stadium ging Spanien durch einen von Mikel Oyarzabal verwandelten Elfmeter in Führung, nachdem Lamine Yamal ein Foul von Lucas Digne im Strafraum provoziert hatte. In der zweiten Halbzeit erzielte Pedro Porro das 2:0, was auch der Endstand war. Spanien qualifizierte sich damit für das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, das am 20. Juli stattfindet.
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Source: sportbild.bild.de
