Luís Figo fordert Rücktritt von Gianni Infantino nach Kritik an WM-Plänen
Figos scharfe Kritik an Infantino
Der ehemalige Weltfußballer Luís Figo hat das Ende der Präsidentschaft von Gianni Infantino gefordert. In einem Gastbeitrag für die „Daily Mail“ äußerte sich der frühere portugiesische Nationalspieler kritisch über die jüngsten Entwicklungen im Fußball. Figo betonte, er könne 10.000 Wörter über die Probleme bei der FIFA schreiben, doch die Lösung ließe sich auf drei Worte reduzieren: „Infantino muss gehen.“
Figo, der in seiner 20-jährigen Karriere als Profifußballer nach eigenen Angaben vielen zwielichtigen Gestalten begegnet ist, bezeichnete die Ereignisse der letzten zehn Tage als das „niederträchtigste, betrügerischste und feigste eigennützige Verhalten“, das er je erlebt habe. Diese scharfen Worte richten sich direkt gegen Infantino und seine Führung der FIFA.

Der Hintergrund der Kritik sind Infantinos Pläne, einen Teil der WM-Rechte an Investoren zu verkaufen. Diese Vorhaben stießen auf erheblichen Widerstand, insbesondere von der UEFA, die mit einem Boykott von FIFA-Wettbewerben drohte. Die FIFA verwarf die Pläne daraufhin.
Gescheiterte Investorenpläne und Vertrauensverlust
Infantino steht seit Tagen unter Beschuss, weil er die kommerziellen Rechte an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren veräußern wollte. Trotz des Scheiterns dieser Pläne bleibt die Empörung groß. Figo, der seit 2017 als Berater für die UEFA tätig ist, zeigte sich „stinksauer“ über die Vorgehensweise Infantinos.
Figo kritisierte, dass Infantino weitreichende Veränderungen im Alleingang durchsetzen wollte, um sich und seinen Vertrauten Vorteile zu verschaffen. Er bezeichnete Infantino als ein „Relikt aus der Vergangenheit des Fußballs“, das in dessen Zukunft keinen Platz mehr haben sollte. Laut Medienberichten soll Infantino eine Krisensitzung in Marokko einberufen haben.

Der frühere Profi von Real Madrid und dem FC Barcelona prangerte insbesondere den Versuch an, die Pläne lange geheim zu halten. Er stellte die Frage, warum Infantino nicht offen zugegeben habe, dass er am Ende einen Job mit einem Jahresgehalt von 30 Millionen Dollar bekommen würde, wenn das Vorhaben so eine offensichtlich gute Idee gewesen sei.
Figos persönliche Geschichte mit der FIFA-Führung
Luís Figo war im Jahr 2001 selbst Weltfußballer und hat eine eigene Geschichte mit der FIFA-Führung. Im Jahr 2015 wollte er sich als Gegenkandidat zum damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter bewerben, zog seine Kandidatur jedoch später zurück. Nach dem Rücktritt Blatters unterstützte Figo zunächst Gianni Infantino.
Diese Unterstützung hat sich nun in scharfe Kritik gewandelt. Figo wirft Infantino vor, das Amt des FIFA-Präsidenten, das dieser nach eigenen Worten aufwerten wollte, in Misskredit gebracht zu haben. Er habe „gelogen, getäuscht und versucht, sich auf Kosten des Spiels, dem er eigentlich dienen sollte, selbst und seinen Vertrauten Vorteile zu verschaffen“.

Figo schloss seinen Gastbeitrag mit einem klaren Fazit: „Für die Wahrung seiner Würde ist es zu spät. Doch für die Rettung des Fußballs ist es noch nicht zu spät. Er sollte gehen. Jetzt.“ Die gescheiterten Investorenpläne könnten Infantino das Amt kosten.
Die UEFA, für die Figo als Berater arbeitet, hat Infantino ebenfalls scharf kritisiert.
Source: spiegel.de
