Vollering gewinnt Dreikampf der Favoritinnen, Niedermaier übernimmt Weiß
Vollering triumphiert auf anspruchsvoller Etappe
Auf der fünften Etappe der Tour de France Femmes hat sich Demi Vollering (FDJ United-Suez) in einem Dreiersprint durchgesetzt. Die Niederländerin gewann die Etappe vor Marlen Reusser (Movistar) und Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon-Sram). Die Entscheidung fiel am Schlussanstieg einer anspruchsvollen Mittelgebirgsetappe, wobei nur Reusser und Niewiadoma-Phinney der Siegerin von 2023 folgen konnten. Vollering attackierte am Mont Brouilly, dem letzten von acht kategorisierten Anstiegen, der zehn Kilometer vor dem Ziel lag. Diese Attacke führte zum Zerfall der Gruppe der Favoritinnen.
Nach der Attacke arbeiteten die Favoritinnen in der Abfahrt und dem Flachstück ins Ziel nach Belleville-en-Beaujolais gut zusammen. Niewiadoma-Phinney startete ihren Angriff 400 Meter vor dem Ziel, wurde jedoch wenige Meter vor der Ziellinie von Vollering und Reusser überholt. Vollering äußerte sich nach dem Rennen und beschrieb den Sprint: „Ich wusste, dass Kasia früh gehen würde, weil sie das immer macht und ich wusste, dass Marlen abwarten würde. Ich habe versucht, sie zu einer Reaktion zu bewegen, aber sie hat nichts gemacht. Also wusste ich, dass ich es versuchen musste, auch wenn Reusser dann vielleicht an mir vorbeigehen könnte.“ Niewiadoma-Phinney kommentierte ihren Angriff mit einem Lächeln und sagte, sie habe gedacht, sie hätte es geschafft.
Niedermaier beeindruckt und übernimmt das Weiße Trikot
Die deutsche Fahrerin Antonia Niedermaier zeigte eine starke Leistung und erreichte das Ziel als Sechste mit 45 Sekunden Rückstand auf die Spitzengruppe. Mit dieser Platzierung übernahm sie das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin. Niedermaier liegt nun 25 Sekunden vor Isabella Holmgren (Lidl-Trek) in der Wertung um das Weiße Trikot. In der Gesamtwertung verbesserte sich Niedermaier auf den vierten Platz und hat einen Rückstand von 2:40 Minuten auf die Führende.
Auf dem hügeligen ersten Teil der Etappe, die über insgesamt 140 Kilometer und fast 3000 Höhenmeter durch die Weinberge um Beaujolais führte, dauerte es lange, bis sich eine Spitzengruppe absetzen konnte. Puck Pieterse (Fenix-PremierTech) gewann die ersten sechs Bergwertungen und baute ihre Führung in dieser Sonderwertung aus. Pieterse war Teil einer 19-köpfigen Spitzengruppe, zu der auch drei deutsche Fahrerinnen gehörten: Niedermaier, Liane Lippert (Movistar) und Franziska Koch (FDJ United-Suez). Diese Gruppe hatte zwischenzeitlich einen Vorsprung von fast zwei Minuten, wodurch Niedermaier virtuell das Gelbe Trikot trug. Die Teams von Reusser und Vollering erhöhten jedoch das Tempo im Hauptfeld, was etwa 22 Kilometer vor dem Ziel zum Zusammenschluss führte.

Gesamtwertung und Ausblick auf die nächsten Etappen
In der Gesamtwertung verteidigte Marlen Reusser das Gelbe Trikot und führt nun mit 12 Sekunden Vorsprung vor Demi Vollering. Kasia Niewiadoma-Phinney liegt mit 1:17 Minuten Rückstand auf dem dritten Platz. Lorena Wiebes (SD Worx-ProTime) behält das Grüne Trikot. Die Gesamtwertung deutet auf einen Dreikampf der Topfahrerinnen hin, ähnlich wie auf der fünften Etappe.
Am vorletzten Anstieg, dem Col de Durbize, forcierte Vollering das Tempo, was zur Bildung einer neuen Spitzengruppe mit den Klassementfavoritinnen führte. Einige prominente Fahrerinnen wie Pauline Ferrand-Prévot (Visma-Lease a Bike), Anna van der Breggen (SD Worx-ProTime) und Elisa Longo Borghini verloren den Anschluss. Longo Borghini verlor im Ziel 1:43 Minuten auf das Top-Trio, während Ferrand-Prévot und van der Breggen sogar 2:35 Minuten einbüßten. Ferrand-Prévot hatte bereits im Einzelzeitfahren mehr als zwei Minuten verloren.
Die sechste Etappe der Tour de France Femmes wird ebenfalls hügelig sein. Die Fahrerinnen erwartet eine Strecke von 153 Kilometern von Montbrison nach Tournon-sur-Rhone, mit sechs Bergwertungen und insgesamt rund 2500 Höhenmetern. Am Freitag steht dann die Kletterpartie zum Mont Ventoux auf dem Programm, und das Finale der Frauen-Tour findet am Sonntag in Nizza statt.
Source: eurosport.de
