Marokko plant für die Heim-WM 2030: Zwischen Anspruch und Realität
Nach dem Halbfinal-Einzug bei der FIFA WM in Katar vor vier Jahren hat sich die marokkanische Nationalmannschaft ein neues Ziel für die FIFA WM 2026 gesetzt. Das Team will sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln, um bei der nächsten Weltmeisterschaft, die Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten wird, um den Titel mitzuspielen.
Teamchef Ouahbi äußerte sich nach dem Viertelfinale, in dem Marokko gegen Frankreich ausschied, kritisch zur Leistung seines Teams. Er betonte die Notwendigkeit einer objektiven und selbstkritischen Bewertung, um die nächsten Schritte zu planen. Ouahbi, der erst wenige Monate vor der WM sein Amt angetreten hatte, erklärte, dass das Ziel sei, eine Mannschaft aufzubauen, die in der Lage ist, um Titel zu kämpfen.
Der in Frankreich geborene Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi stimmte seinem Trainer zu. Der 18-Jährige, der bis März dieses Jahres noch Kapitän des französischen U21-Nationalteams war und sich erst im Mai für Marokko entschied, hob hervor, dass das Team wisse, wo Verbesserungen nötig seien, um in zukünftigen Wettbewerben stärker aufzutreten.
Vorbereitungen auf die Heim-WM 2030
Für die marokkanische Mannschaft, die im Viertelfinale ohne ihren besten Torschützen Ismael Saibari auskommen musste, bleiben nun vier Jahre Zeit, um die angesprochenen Verbesserungen umzusetzen. Die nächste Weltmeisterschaft wird für Marokko ein Heimturnier sein, da das Land die Austragung gemeinsam mit Spanien und Portugal übernimmt.
Ouahbi äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich der zukünftigen Leistungsfähigkeit des Teams. Er merkte an, dass Frankreich im jüngsten Spiel stärker gewesen sei, aber Marokko die Möglichkeit habe, sich zu verbessern und möglicherweise in vier Jahren Frankreich zu schlagen. Die Ausrichtung der WM in drei Ländern, wie bereits in diesem Jahr, wird eine weitere Besonderheit des Turniers sein.
Währenddessen gab es auch andere Nachrichten aus der Fußballwelt. Der kolumbianische Fußballverband verurteilte öffentlich Morddrohungen gegen Nationalspieler Jaminton Campaz und seine Familie. Diese Drohungen folgten, nachdem Campaz im Achtelfinale gegen die Schweiz eine entscheidende Torchance vergeben hatte. Berichten zufolge hat sich der Stürmer entschieden, aus Sicherheitsgründen vorerst nicht in seine Heimat zurückzukehren.
In Kolumbien besteht eine besondere Sensibilität für solche Drohungen, da 1994 der Verteidiger Andrés Escobar nach einem Eigentor bei der WM ermordet wurde. Der kolumbianische Fußballverband hat die Generalstaatsanwaltschaft des Landes aufgefordert, die Ermittlungen zu den Drohungen gegen Campaz zu beschleunigen. Campaz selbst äußerte sich auf Instagram und bat darum, den Respekt nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn Meinungsverschiedenheiten oder Frustrationen vorhanden seien.
Weitere WM-Nachrichten
In Norwegen gab es vor dem Viertelfinale der Nationalmannschaft gegen England einen Engpass bei Großbildschirmen für Public Viewing-Veranstaltungen. Viele Gemeinden und Veranstalter suchten händeringend nach Geräten, um das Spiel vor großem Publikum zu zeigen. Unternehmen, die solche Bildschirme vermieten, berichteten von einer hohen Nachfrage, die sie aufgrund von Ausbuchungen und Personalmangel nicht mehr bedienen konnten.

Des Weiteren sorgte eine paraguayische Senatorin, Celeste Amarilla de Boccia, für Aufsehen, nachdem sie rassistische Äußerungen gegen den französischen Fußballstar Kylian Mbappé gemacht hatte. Nach Paraguays WM-Aus im Achtelfinale hatte sie Mbappé unter anderem als „kolonisierten Kameruner“ bezeichnet. Die Senatorin meldete später einen möglichen Hackerangriff auf ihr Instagram-Konto, doch die fraglichen Beiträge waren bereits vor dem angeblichen Angriff veröffentlicht worden. Der französische Fußballverband erstattete Anzeige gegen die Politikerin.
Die Schweiz musste im Viertelfinale gegen Argentinien auf Johan Manzambi verzichten. Der Spieler des SC Freiburg fehlte aufgrund einer Knieprellung, die ihn bereits im Achtelfinale gegen Kolumbien außer Gefecht gesetzt hatte. Manzambi ist mit drei Treffern der beste Schweizer Torschütze des Turniers und bereitete zudem zwei weitere Treffer vor.
Norwegens Trainer Stale Solbakken äußerte sich zu seinem Stürmerstar Erling Haaland. Trotz der klimatischen Bedingungen in Miami, wo Temperaturen von etwa 36 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit herrschten, sollte Haaland im Viertelfinale gegen England in der Startelf stehen. Solbakken passte das Training entsprechend an, um die Spieler frisch zu halten, und betonte, dass Haaland und Harry Kane die entscheidenden Spieler für ihre jeweiligen Teams seien.
Das Ausscheiden der USA gegen Belgien im Achtelfinale führte zu einem TV-Rekord in den Vereinigten Staaten. Durchschnittlich 50,1 Millionen Menschen verfolgten die Partie. US-Präsident Trump hatte im Vorfeld der Partie bei FIFA-Präsident Gianni Infantino interveniert, um die Sperre eines Spielers aufzuheben, was zu Spekulationen über politische Einflussnahme führte.
Die Schweiz erreichte mit dem Einzug ins Viertelfinale erstmals seit 72 Jahren wieder die Runde der letzten acht bei einer WM. Ein Halbfinale haben die Eidgenossen bisher noch nie erreicht.
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Source: sport.orf.at
