Grandioses Finish in Alpe d'Huez: Tadej Pogacar frisst Konkurrenten im Chaos gnadenlos auf
Grandioses Finish in Alpe d'Huez: Tadej Pogacar frisst Konkurrenten im Chaos gnadenlos auf

Tadej Pogacar dominiert Alpe d’Huez und baut Führung aus

Pogacars Triumph in Alpe d’Huez

Tadej Pogacar hat bei der Tour de France einen weiteren Etappensieg errungen, indem er die Etappe nach Alpe d’Huez für sich entschied. Der slowenische Radsportler überwand dabei Gerüchte über mögliche Schwächen und triumphierte erstmals an diesem berühmten Berg. Dieser Sieg war sein fünfter Etappenerfolg bei der laufenden Tour und festigte seine Position als Dominator. Mit diesem Erfolg rückt Pogacar näher an einen historischen fünften Gesamtsieg heran, was ihn in die Riege der Rekordchampions wie Anquetil, Merckx, Hinault und Indurain aufsteigen lassen würde.

Die Etappe führte durch eine beeindruckende Kulisse mit einer halben Million Zuschauern entlang der 21 Alpenkehren. Zwölf Kilometer vor dem Ziel setzte Pogacar zum Angriff an, ließ seine Konkurrenten hinter sich und überholte alle Ausreißer. Die letzten Ausreißer überholte er auf dem Schlusskilometer. Im Ziel hatte Pogacar sechs Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Lenny Martinez.

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Tadej Pogacar lieferte auch in Alpe d'Huez eine große Show ab.(Foto:IMAGO/Photo News) Credit: n-tv.de

In der Gesamtwertung führt Pogacar nun mit 7:11 Minuten vor Remco Evenepoel. Evenepoel, Kapitän des deutschen Red-Bull-Teams, belegte an diesem Tag den sechsten Platz und konnte erneut Zeit auf andere Rivalen gutmachen. Trotzdem scheint Pogacars Vorsprung im Kampf um den Gesamtsieg so groß, dass ein Verlust des Gelben Trikots ohne Unfall als unwahrscheinlich gilt.

Herausforderungen und Teamleistung

Pogacars mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro bleibt Gesamtdritter mit einem Rückstand von 9:42 Minuten. Er erreichte das Ziel knapp hinter Evenepoel. Das französische Talent Paul Seixas verpasste einen Erfolg auf der großen Radsportbühne und belegt nach Platz neun weiterhin den vierten Gesamtrang mit 10:06 Minuten Rückstand. Den Franzosen droht damit die dritte Tour ohne Etappensieg nach 1926 und 1999.

Pogacar selbst hat nun 26 Tagessiege erreicht. Vor dem Start am Freitagmittag hatte er erklärt, dass er diesen ihm noch fehlenden Sieg unbedingt wollte, da es zwei Chancen gäbe, dort zu gewinnen. Er war 2022 beim Sieg des britischen Ausreißers Thomas Pidcock Fünfter geworden.

Der Anstieg nach Alpe d’Huez war von Beginn an intensiv. Pogacar setzte seine Kontrahenten sofort unter Druck und startete kurz darauf durch, wobei auch Evenepoel chancenlos war. Fünf Kilometer vor dem Ziel geriet der Belgier mit weiteren Verfolgern fast in den Fankomplex.

Das UAE-Team von Pogacar, das in den vergangenen Tagen mit einem grassierenden Virus zu kämpfen hatte, zeigte auf dem Weg zum Schlussanstieg kaum Schwäche. Nils Politt sorgte dafür, dass der Kapitän planmäßig am Fuße des Schlussanstiegs abgeliefert wurde. Die ersten 114 von 128 Kilometern der Etappe waren nicht selektiv genug, sodass sich bis dahin wenig tat. Mit dreieinhalb Minuten Vorsprung auf die herannahende Pogacar-Gruppe fuhren 14 Ausreißer in den abschließenden Berg, bevor die „Pogi-Show“ begann.

Atmosphäre und Spekulationen

Die Kehren hinauf nach Alpe d’Huez befanden sich schon seit Tagen im Ausnahmezustand. Die Behörden sperrten die Straße bereits 24 Stunden vor dem Rennen für Autos ab. Hunderttausende feierten die ganze Nacht hindurch eine große Party an der Strecke. Am Renntag war selbst für Radfahrer kein Durchkommen mehr möglich. Selbst erfahrene Profis blickten dem Anstieg mit Sorge entgegen.

Evenepoel äußerte vor seiner Alpe-d’Huez-Premiere, dass ihm die Situation etwas Angst mache und er gespannt sei, wie extrem es werden würde. Pogacar prophezeite Chaos und erinnerte sich an die Berichte seiner Verlobten aus dem Jahr 2022, die damals total verdreckt gewesen sei, weil so viele Leute sie angefasst und geschüttelt hatten.

Trotz des Gelben Trikots trug Pogacar bei seinem fünften Etappensieg eine schwarze Hose. Spekulationen besagen, dass dies eine Vorsichtsmaßnahme sein könnte, um ein „kleines Unglück“ aufgrund eines Magen-Darm-Virus zu vermeiden, das im Feld kursiert und auch sein Team UAE Emirates betroffen hat. Brandon McNulty ist bereits ausgeschieden, und andere Fahrer wie Adam Yates und Tim Wellens fühlten sich unwohl. Nils Politt verneinte jedoch am Donnerstag, dass Pogacar selbst betroffen sei.

Teamchef Matxin Fernández lobte Pogacar als unglaublichen Jungen, Anführer und Champion und zeigte sich stolz auf das Team, das trotz vieler Krankheitsprobleme in dieser Woche unglaubliche Leistungen erbringe. Pogacar selbst blieb optimistisch und meinte, es sei wahrscheinlicher, sich bei einem Fan anzustecken, der beim Anfeuern spuckt, als im Team. Dennoch setzt der Rennstall auf Schutzmaßnahmen wie getrennte Mahlzeiten für unwohl fühlende Fahrer, Händedesinfektion und Masken. Adam Yates ging es am Freitag trotz des Virus besser, und er konnte Pogacar noch 1500 Meter lang zehn Kilometer vor der Ziellinie unterstützen. Die nächste schwere Etappe steht am Samstag an, wieder über den Col de la Croix de Fer, den Galibier und erneut nach Alpe d’Huez.

Source: n-tv.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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