WM-News vom 15. Juli: Collina weist Kritik an Schiedsrichtern zurück
WM-News vom 15. Juli: Collina weist Kritik an Schiedsrichtern zurück

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Pierluigi Collina, Leiter der FIFA-Schiedsrichterkommission, hat die Kritik von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps an Schiedsrichter Iván Barton zurückgewiesen. Deschamps hatte nach dem verlorenen Halbfinale gegen Spanien die Leistung des Schiedsrichters infrage gestellt. Collina betonte, dass die Schiedsrichter des Weltverbandes „weltklasse“ seien.

Deschamps räumte ein, dass die Niederlage seiner Mannschaft hauptsächlich auf die eigene Leistung zurückzuführen sei. Die Schiedsrichterleistungen bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika waren seit Turnierbeginn wiederholt Gegenstand von Diskussionen. Zuvor hatte Ägypten den Ausschluss des französischen Schiedsrichters Francois Letexier gefordert, dem „offensichtliche Fehler“ vorgeworfen wurden, die Argentinien im Achtelfinale begünstigt haben sollen.

Reaktionen nach Frankreichs Halbfinal-Aus

Nach der 0:2-Niederlage Frankreichs gegen Spanien im Halbfinale äußerte sich auch Kylian Mbappé, Kapitän der Équipe Tricolore. Er erklärte, dass die Mannschaft weder taktisch noch technisch die gewünschte Leistung erbracht habe. Mbappé betonte, dass man in einem WM-Halbfinale nicht gewinnen könne, wenn man nicht die erforderliche Leistung zeige.

Mbappé beschrieb das Erreichen des Finales als einen Traum für das Team und das Land. Er fügte hinzu, dass man, wenn man verliert, dies mit erhobenem Haupt tun sollte, so wie man auch mit erhobenem Haupt gewinnt. Die französische Offensive um Mbappé, Olise und Dembélé zeigte in der Partie eine enttäuschende Leistung.

Rayan Cherki, der in der 72. Minute für Olise eingewechselt wurde, versuchte, das Spiel zu drehen. Er merkte an, dass die Spanier taktisch überlegen gewesen seien und es der französischen Mannschaft nicht gelungen sei, diese Probleme zu lösen. Cherki hatte den Eindruck, dass die Spanier den Ball gut laufen ließen und ihr eigenes Tempo spielten, während Frankreich nicht sein gewohntes Spiel zeigen konnte.

Nach dem WM-Aus Frankreichs kam es in mehreren französischen Städten zu Ausschreitungen. Das Innenministerium berichtete von Konfrontationen mit der Polizei in 183 Städten, darunter Paris und Lyon. Insgesamt wurden 342 Personen festgenommen, von denen 250 in Polizeigewahrsam genommen wurden. Es wurden 1.128 Böller beschlagnahmt.

In Grenoble wurde ein Mann verfolgt und in einer Seitenstraße erschossen. Die Polizei vermutet einen Bandenkrieg als Hintergrund. Das Halbfinalspiel fiel mit dem französischen Nationalfeiertag am 14. Juli zusammen, an dem traditionell häufig Ausschreitungen und Sachbeschädigungen vorkommen.

Bereits in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli gab es in 141 Städten Gewalt und Brandstiftungen. An beiden Tagen wurden landesweit 701 Autos in Frankreich in Brand gesteckt.

Weitere WM-Nachrichten und Halbfinal-Vorbereitungen

Das Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien im Stadion von Arlington war nicht ausverkauft. Von den 70.649 Plätzen blieben knapp 500 frei, da nur 70.176 Zuschauer anwesend waren. Dies wird auf die hohen Ticketpreise zurückgeführt, wobei die günstigsten Tickets am Tag vor dem Spiel für 1.300 US-Dollar erhältlich waren.

Beim Spiel Kanada gegen Südafrika im Sechzehntelfinale waren etliche Plätze während des Spiels noch frei. Sogar fürs Finale soll es wieder Karten geben, weil es doch noch nicht ausverkauft sein soll.© picture alliance/ZUMAPRESS.com/Ringo Chiu
Beim Spiel Kanada gegen Südafrika im Sechzehntelfinale waren etliche Plätze während des Spiels noch frei. Sogar fürs Finale soll es wieder Karten geben, weil es doch noch nicht ausverkauft sein soll.© picture alliance/ZUMAPRESS.com/Ringo Chiu Credit: web.de

Auch für das WM-Finale am kommenden Sonntag sollen noch Tickets verfügbar sein, obwohl die Partie laut FIFA bereits ausverkauft war. Berichten zufolge wurden am vergangenen Wochenende einige Karten in den Verkauf gegeben. Die Preise für diese Tickets waren ebenfalls hoch.

Vor dem zweiten Halbfinale zwischen England und Argentinien in Atlanta kam es zu kleineren Ausschreitungen. Fans der argentinischen Clubs San Lorenzo und Huracan attackierten sich gegenseitig vor einer Sportsbar, woraufhin die Polizei einschreiten musste. Die Sportsbar erteilte allen Beteiligten ein Hausverbot. Die Polizei von Atlanta bestätigte den Vorfall, machte jedoch keine Angaben zu Festnahmen.

Polizei
Die Polizei war nach dem Ausscheiden Frankreichs im WM-Halbfinale im Einsatz.© AFP/MARTIN LELIEVRE Credit: web.de

Das Halbfinale zwischen England und Argentinien wurde als Hochrisiko-Spiel eingestuft, und die Polizeipräsenz wurde erhöht. Stunden vor dem Anpfiff versammelten sich Tausende Fans des Titelverteidigers Argentinien zu einem Fanmarsch in der Nähe des Stadions, der zunächst friedlich verlief. Im Stadion kam es zu Buhrufen aus dem argentinischen Block, als englische Musik gespielt oder die Ankunft der Three Lions gezeigt wurde.

Thomas Tuchel, Trainer der englischen Fußball-Nationalmannschaft, nimmt für das Halbfinale gegen Argentinien drei Änderungen in der Startelf vor. Reece James, Djed Spence und Morgan Rogers beginnen anstelle von Ezri Konsa, Nico O’Reilly und Noni Madueke. Tuchel möchte England zum ersten WM-Finale seit 1966 führen.

Argentinien strebt hingegen die Titelverteidigung an, wobei sich alles um Kapitän Lionel Messi dreht. Trainer Lionel Scaloni nimmt im Vergleich zum Viertelfinale gegen die Schweiz eine Änderung vor: Giuliano Simeone spielt für Rodrigo De Paul. Das Spiel findet am Mittwoch um 21.00 Uhr MESZ statt.

Auch Haiti hat sich wenige Tage nach dem WM-Aus von Nationaltrainer Sébastien Migné getrennt. Der französische Coach und der Verband einigten sich „im gegenseitigen Einvernehmen“ auf die Trennung. Unter dem Trainer qualifizierte sich Haiti erstmals seit der WM 1974 wieder für eine Weltmeisterschaft. In der Gruppenphase schied Haiti nach Niederlagen gegen Schottland (0:1), Brasilien (0:3) und Marokko (2:4) als Gruppenletzter mit 2:8 Toren aus. Der Verband würdigte Mignés Amtszeit und die historische Qualifikation für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 als bedeutenden Erfolg.

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Source: web.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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