Hätte es gar nicht zählen dürfen?: Riesen-Wirbel um England-Tor
Hätte es gar nicht zählen dürfen?: Riesen-Wirbel um England-Tor

Miami: Wirbel um Englands Ausgleichstor bei WM-Viertelfinale

Englands umstrittener Ausgleich

Der Einzug der englischen Nationalmannschaft ins Halbfinale der Fußball-WM 2026 wird von Diskussionen um ein umstrittenes Ausgleichstor überschattet. Im Viertelfinale gegen Norwegen im Hard Rock Stadion von Miami erzielten die Three Lions den Ausgleich zum 1:1, der ihnen die Verlängerung ermöglichte. Das Spiel endete schließlich mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung für England.

Der Ausgleichstreffer fiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach einem Abstoß von Norwegen-Keeper Orjan Nyland flog der Ball in Richtung der englischen Hälfte. Dabei soll er in der Luft ein Kameraseil der sogenannten „Spidercam“ berührt haben. Die „Spidercam“ ist an vier Seilen aufgehängt, die an den Ecken des Stadions befestigt sind und neue Kameraperspektiven für TV-Übertragungen bieten.

Trotz der mutmaßlichen Berührung wurde das Spiel fortgesetzt. Der Ball landete vor den Füßen von Elliot Anderson, der ihn an Anthony Gordon weitergab. Gordon spielte den Ball anschließend zu Jude Bellingham in den Strafraum, der den Angriff zum 1:1 vollendete. Beide Tore für England in dieser Partie wurden von Jude Bellingham erzielt.

Reaktionen und FIFA-Stellungnahme

Direkt nach dem Tor protestierten die norwegischen Spieler. Nyland und Erling Haaland gestikulierten in Richtung des Kabels. Zur Halbzeit suchte Norwegens Trainer Stale Solbakken das Gespräch mit dem französischen Schiedsrichter Clément Turpin, der angab, mit dem VAR gesprochen zu haben. Das Tor wurde jedoch nicht zurückgenommen.

Die Entscheidung stieß auf Unverständnis bei der US-Crew des TV-Senders Fox. Ihr Schiedsrichter-Experte Mark Clattenburg erklärte, dass das Spiel unterbrochen werden müsse, wenn der Ball ein Objekt außerhalb des Spielfelds berühre, und mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt werden sollte. Auch Experte Patrick Ittrich äußerte sich und betonte, dass die Frage sei, ob die Berührung das Spielgeschehen beeinflusst habe. Wenn ja, wäre ein Schiedsrichter-Ball die korrekte Spielfortsetzung gewesen, da das Tor unmittelbar aus dieser Angriffsphase resultierte.

Die FIFA meldete sich am Samstagabend (Ortszeit) via Kurznachrichtendienst X zu Wort und teilte mit, dass die Sensoren im Ball bei der Szene keinerlei Ausschlag gezeigt hätten. Dies könnte ein Argument dafür sein, dass die Berührung keinen Einfluss hatte. Zudem protestierte keiner der norwegischen Spieler, die sich direkt unter dem Ball befanden, in diesem Moment.

Trainerstimmen und weitere Diskussionen

Norwegens Trainer Stale Solbakken äußerte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel kritisch: „Das Kabel verdient einen Assist. Das ist sehr unglücklich gelaufen. Der Ball hat seine Flugrichtung verändert, ist wie ein Stein vom Himmel gefallen. Und das Ganze in einem sehr unglücklichen Moment für uns. Aber was sollen wir machen? Die Fifa wird das Spiel sicher nicht wiederholen lassen.“ Er beschrieb die Partie als eine Hitzeschlacht von Miami, in der Norwegen durch Andreas Schjelderup in Führung gegangen war.

Englands Trainer Thomas Tuchel gab an, die Szene während des Spiels nicht bemerkt zu haben und erst im Nachhinein darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Er merkte an: „Wir haben doch einen Sensor im Ball, der merkt, wenn er drei Haare berührt. Der sollte so ein Kabel auch spüren.“

Die Diskussionen um das Tor und die Rolle des Kameraseils werden voraussichtlich weitergehen. Die englische Nationalelf, trainiert von Thomas Tuchel, hat das Halbfinale der Fußball-WM erreicht, nachdem sie Norwegen mit 2:1 nach Verlängerung besiegt hatte.

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Source: bild.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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