Bei Sieger-Interview: Wut-Ausbruch von Tuchel - BILD
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Miami: Tuchel äußert sich kritisch nach Viertelfinalsieg gegen Norwegen

Nach dem WM-Viertelfinale gegen Norwegen, das England mit 2:1 nach Verlängerung gewann, zeigte sich Thomas Tuchel, der Trainer der englischen Nationalmannschaft, unzufrieden mit der Leistung seines Teams. Im Interview äußerte er sich kritisch über die Spielweise, obwohl das Ergebnis den Einzug ins Halbfinale sicherte.

Tuchel betonte, dass sich die Mannschaft das Spiel selbst sehr schwer gemacht habe. Er lobte zwar den Einsatz der Spieler, kritisierte jedoch die Ausführung: „Wir haben uns das Leben heute selbst sehr, sehr schwer gemacht. Das Ergebnis ist fantastisch. Wir stehen im Halbfinale. Das ist großartig. Aber mit unserer Leistung bin ich nicht zufrieden – in keinerlei Hinsicht.“ Er führte weiter aus, dass das Spiel zu schlampig gewesen sei, mit vielen technischen Fehlern, nicht schnell genug und nicht konsequent genug. Tuchel räumte ein, dass England Glück gehabt habe.

Wortgefecht über Mentalität

Ein englischer Journalist fragte Tuchel nach der Mentalität des Teams, was zu einer aufgebrachten Reaktion des Trainers führte. Tuchel unterbrach die Frage und entgegnete: „Mentalität?! Wie können Sie in diesem Moment nach der Mentalität fragen? Das, was meine Spieler heute gezeigt haben, war Mentalität pur!“ Er stellte klar, dass es kein Mentalitätsproblem gebe und die gezeigte Mentalität „in Flaschen abgefüllt und verkauft“ werden könnte. Tuchel wies darauf hin, dass er über die Qualität des Spiels gesprochen habe, während die Frage auf die Mentalität abzielte.

Diese Art der Reaktion erinnerte Beobachter an Tuchels Zeit als Trainer von Borussia Dortmund zwischen 2015 und 2017, wo er ebenfalls häufig mit der „M-Frage“ konfrontiert wurde und genervt reagierte, insbesondere nach Punktverlusten gegen vermeintlich schwächere Gegner.

Vorbereitung auf extreme Bedingungen und Blick nach vorn

Die Mannschaft von Thomas Tuchel hatte sich unterdessen mit einer speziellen Strategie auf die extremen Bedingungen des Turniers vorbereitet. Dazu gehörten die Bewältigung vieler Flugkilometer, Höhenluft in Mexiko-Stadt, tropische Hitze und ein Kälteeinbruch. Declan Rice hatte bereits während der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 verraten, dass Sonnenspray mit Lichtschutzfaktor 50 für ihn auf Reisen mit der Nationalmannschaft unverzichtbar sei, um seine helle Haut zu schützen.

Trotz der Kritik am Auftritt der Mannschaft äußerte sich Tuchel lobend über Jude Bellingham, den Doppeltorschützen des Spiels. Er bezeichnete Bellinghams Leistungen als „Weltklasse“ und betonte, dass der Spieler dies in jedem Spiel zeige. Bellingham selbst schloss sich der Kritik seines Trainers nicht vollständig an und hob hervor, dass die Mannschaft auch in schwierigen Situationen einen Weg zum Sieg gefunden habe. Er zollte seinen Mitspielern Anerkennung für ihren harten Einsatz auf dem Feld.

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An der Seitenlinie auch voll engagiert: Thomas Tuchel(Foto:picture alliance / NTB) Credit: n-tv.de

Für England steht nun das WM-Halbfinale an, in dem sie auf den Sieger des Viertelfinals zwischen Argentinien und der Schweiz treffen werden. Tuchel forderte mit Blick auf die bevorstehende Partie in drei Tagen eine Leistungssteigerung: „Wir müssen besser werden. Wir brauchen einen besseren Auftritt.“

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Source: bild.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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