Stuttgart sichert sich Dzenan Pejcinovic: Klopp hat Stürmer für DFB-Team im Blick
Der VfB Stuttgart hat die Verpflichtung von Dzenan Pejcinovic (21) bekannt gegeben. Der Transfer des Stürmers vom VfL Wolfsburg wurde nach wochenlangen Verhandlungen abgeschlossen und soll den Schwaben rund 25 Millionen Euro Ablöse gekostet haben. Pejcinovic unterschrieb einen Vertrag bis 2031 beim VfB Stuttgart.
Der Wechsel des jungen Angreifers wurde auch von Bundestrainer Jürgen Klopp (59) genau verfolgt. Nach Informationen soll Klopp den VfB Stuttgart wissen lassen haben, dass er Pejcinovic für den Neuaufbau der deutschen Nationalmannschaft im Hinblick auf die EM 2028 auf dem Zettel hat. Pejcinovic gilt als potenzieller Kandidat für die A-Nationalmannschaft.
Transfer-Poker und Klopps Interesse
Der Transfer von Pejcinovic zum VfB Stuttgart war das Ergebnis intensiver Verhandlungen. Der Poker zwischen Wolfsburg und Stuttgart zog sich bis zuletzt hin, wobei es um die letzte Million Euro ging. Am Ende einigten sich die Parteien auf einen Kompromiss: Wolfsburg sicherte sich eine Weiterverkaufsbeteiligung, während Pejcinovic in seinem Fünfjahresvertrag, der auf ein Gehalt von etwa 2,5 Millionen Euro geschätzt wird, auf eine Ausstiegsklausel verzichtete. Dies sichert dem VfB Stuttgart die langfristige Bindung des Spielers.
Das Interesse von Jürgen Klopp an Pejcinovic spielte möglicherweise eine Rolle bei der Entscheidung des VfB, die hohe Ablösesumme zu zahlen. Die Schwaben könnten davon überzeugt sein, dass Pejcinovic als zukünftiger Nationalspieler seinen Marktwert schnell steigern wird. Klopp hatte bei seiner Antrittspressekonferenz Ende Juli in Frankfurt am Main erklärt, dass er sich 57 Feldspieler angesehen habe und Spieler Möglichkeiten bekommen würden, die noch gar nicht damit rechnen. Pejcinovic könnte einer dieser „Geheimkandidaten“ sein.
Der Deal nahm am vergangenen Wochenende plötzlich Fahrt auf, nachdem auch andere Vereine Interesse an dem Stürmer gezeigt hatten. Der FC Porto bemühte sich um Pejcinovic, und auch RB Leipzig drohte, in den Deal einzugrätschen. Dies geschah, nachdem der Transfer von Fisnik Asllani (24) von TSG Hoffenheim in letzter Minute gescheitert war. Hoffenheim bestätigte am Freitagabend, dass der fast sichere 25-Millionen-Euro-Deal aufgrund von Bedenken nach dem Medizincheck abgesagt wurde. RB Leipzig entschied sich jedoch, keinen neuen Mittelstürmer zu verpflichten und suchte stattdessen einen Flügelspieler als Ersatz für Yan Diomande (19), der zu Real Madrid wechselte.
Pejcinovics Weg zum VfB und zur Nationalmannschaft
Der VfB Stuttgart blieb bis zuletzt hartnäckig an Pejcinovic dran. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth (47), Trainer Sebastian Hoeneß (44) und Sportdirektor Christian Gentner (40) sollen sich in den letzten drei Monaten intensiv um den Stürmer bemüht haben. Sie führten regelmäßige Anrufe und WhatsApp-Nachrichten, um Pejcinovic zu versichern, dass der Transfer zustande kommen würde. Der Angreifer machte beim VfL Wolfsburg keinen Hehl daraus, dass er nach Stuttgart wechseln wollte.
Für den VfB Stuttgart ist der Transfer auch finanziell vorteilhaft. Der Verein hatte sich anfangs auch für Nicolò Tresoldi (21) interessiert, der ebenfalls auf Klopps Liste steht. Der Stürmer vom FC Brügge wäre jedoch nicht für eine Transfersumme unter 30 Millionen Euro zu haben gewesen. Für Pejcinovic zahlt der VfB nun deutlich weniger. Mit Pejcinovic sind die Verstärkungswünsche von Trainer Hoeneß nach Leo Sauer (20) für die Offensive und Grischa Prömel (31) erfüllt worden.
Pejcinovic, der als Sohn montenegrinischer Eltern in München geboren wurde, spielt bereits seit der U16 für die deutschen Auswahlteams. Zwischen der U16 und der U20 lief er 42-mal für Deutschland auf und erzielte dabei 39 Tore. In der U21 steht er aktuell bei zwei Toren nach sieben Spielen, kam aber meist als Joker zum Einsatz. Der Wechsel zu den ambitionierten Stuttgartern könnte Pejcinovic nun endgültig in den Kandidatenkreis des Bundestrainers für die A-Nationalmannschaft spülen.

Der 1,90 Meter große Torjäger zeigte auch in der vergangenen Saison für den VfL Wolfsburg gute Leistungen. Trotz des Abstiegs gelangen ihm in 30 Bundesliga-Partien acht Tore. In den Relegationsspielen gegen den SC Paderborn steuerte er ebenfalls einen Treffer bei. Im DFB-Pokal war er in zwei Partien dreimal erfolgreich. Unter Chefcoach Sebastian Hoeneß könnte Pejcinovic beim VfB Stuttgart nun den nächsten Entwicklungsschritt gehen und sich als ernsthafte Option für den Angriff der Nationalmannschaft etablieren.
Source: sportbild.bild.de
