Tour: Van der Poel feiert im Zentralmassiv Ausreißer-Sieg
Tour: Van der Poel feiert im Zentralmassiv Ausreißer-Sieg

Zentralmassiv: Van der Poel feiert Ausreißer-Sieg bei Hitzeschlacht

Mathieu van der Poel hat die 9. Etappe der Tour de France gewonnen. Der niederländische Radsportler setzte sich in Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe durch. Dieser Erfolg markiert seinen dritten Etappensieg bei der Tour de France insgesamt.

Die Etappe war von extremen Temperaturen geprägt, die eine Verkürzung der Strecke erforderlich machten. Ursprünglich waren 185,5 Kilometer geplant, doch aufgrund einer Hitzewarnung im Département Corrèze wurde die Strecke um 30 Kilometer auf 155,5 Kilometer reduziert. Die Temperaturen erreichten über 40 Grad, mit einem Durchschnitt von 36 Grad während der Etappe.

Hitzebedingte Anpassungen und Fahrer-Reaktionen

Die Verkürzung der Etappe wurde vorgenommen, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten und die Beschränkungen der roten Hitzewarnstufe einzuhalten. Die Fahrergewerkschaft CPA hatte vor dem Etappenstart gefordert, die Startzeiten von Sommerrennen anzupassen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen.

Der Gesamtführende Tadej Pogacar äußerte sich ebenfalls zur Hitzeproblematik. Er schlug vor, den Rennkalender komplett zu ändern und im Juli sowie August keine Rennen mehr in heißen Regionen auszutragen. Eine frühere Startzeit der Etappen hält er nicht für eine Lösung, da die Fahrer dann in der größten Hitze ankämen.

Trotz der Hitze und der anspruchsvollen Bedingungen, die ein stetiges Bergauf und Bergab mit sich brachten und sich auf 2.690 Höhenmeter summierten, war das Anfangstempo rasant. Nach einer Stunde Renndauer lag der Durchschnitt bei 47 km/h. Das Hauptfeld dünnte sich aus, und eine Spitzengruppe konnte sich erst nach über 60 Kilometern absetzen.

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Auch Tadej Pogacar leidet unter Hitze bei der Tour de France.(Foto Credit: n-tv.de

Rennverlauf und van der Poels Triumph

Die 9. Etappe führte von Malemort nach Ussel. Die Sprintwertung wurde auf 13,9 Kilometer vorgezogen, wo Mads Pedersen die 25 Punkte auf ansteigender Straße sicherte. Danach intensivierte sich das Rennen, und viele Fahrer zeigten Interesse, Teil einer Ausreißergruppe zu werden.

Nach über 60 Kilometern gelang es schließlich 16 Fahrern, sich abzusetzen. Mit einem Vorsprung von nur 20 Sekunden ging es für diese Gruppe in den schwersten Anstieg des Tages, den 3,8 Kilometer langen Suc au May. Dort sortierte sich die Gruppe neu, und Tom Pidcock führte die nun achtköpfige Spitze über die Bergwertung der 2. Kategorie, wobei er seine ersten fünf Bergpunkte sammelte. Zu seinen Mitstreitern gehörten Johannessen, van der Poel, Baudin, Quinn Simmons, Lennert Van Eetvelt, Derek Gee-West und Pablo Castrillo.

Pidcock gewann auch die vorletzte Bergwertung 56 Kilometer vor dem Ziel und sammelte zwei weitere Punkte. Mit einem Vorsprung von nur noch 30 Sekunden ging es in die letzte Bergwertung 25 Kilometer vor dem Ziel. Auf einer 900 Meter langen Rampe attackierte van der Poel und überquerte als Erster die Kuppe. Seine Attacke verkleinerte die Gruppe auf ein Quartett, bestehend aus Johannessen, Pidcock und Baudin.

Zehn Kilometer vor dem Ziel hatte das Quartett an der Spitze einen Vorsprung von 42 Sekunden vor dem Hauptfeld. Dort beteiligte sich Lidl-Trek für Pedersen an der Tempoarbeit. Die Ausreißer harmonierten jedoch gut, und drei Kilometer vor dem Ziel betrug ihr Vorsprung immer noch 30 Sekunden. Dieser reichte hauchdünn für van der Poels Sieg im Sprint.

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Für van der Poel war es nach 2021 und 2025 der dritte Etappensieg bei der Tour de France. Er äußerte sich nach dem Rennen: „Es war ein brutal harter Tag. Die Tour war bis jetzt noch nicht erfolgreich für unser Team. Aber wir haben eine super Gruppe hier und haben immer dran geglaubt, dass wir das Ruder noch rumreißen können.“ Sein Team Alpecin-Premier Tech dürfte der Erfolg Erleichterung verschaffen, nachdem Top-Sprinter Jasper Philipsen in den Flachetappen bisher keinen Sieg erzielen konnte.

In der Gesamtwertung hatte der Etappensieg keine Auswirkungen auf die Favoriten. Das Hauptfeld mit Tadej Pogacar im Gelben Trikot überquerte die Ziellinie nur sechs Sekunden hinter dem siegreichen Quartett. Pogacar bleibt souverän in Führung vor Jonas Vingegaard. Mads Pedersen im Grünen Trikot baute als Sechster seine Führung in der Punktewertung aus.

Der deutsche Fahrer Florian Lipowitz bleibt Siebter in Schlagdistanz zum Podium. Er beschrieb den Tag als „super hart“ und betonte die Leistung des gesamten Teams. Lipowitz zeigte sich erfreut über den bevorstehenden Ruhetag am Montag.

Ausblick auf die nächste Etappe

Die Tour de France wird am Dienstag fortgesetzt. Nach dem Ruhetag steht am französischen Nationalfeiertag die 10. Etappe an. Diese führt über 167 Kilometer von Aurillac nach Le Lioran durch die Vulkanberge der Auvergne. Dabei müssen die Fahrer sieben Bergwertungen bewältigen und werden am Ende 3.800 Höhenmeter in den Beinen haben.

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Source: sportschau.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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