Ferraris Strategiefehler bremst Hamilton in Spielberg aus
Das Formel-1-Rennen in Spielberg verlief für Ferrari enttäuschend, da das Team nicht mit der Pace der Konkurrenz mithalten konnte. Sowohl Lewis Hamilton als auch Charles Leclerc starteten von aussichtsreichen Positionen, beendeten das Rennen jedoch auf den Plätzen fünf und acht. Dies stellte einen Rückschlag dar, insbesondere nach Hamiltons erstem Sieg im Ferrari-Outfit in Barcelona.
Hamilton, der als siebenmaliger Weltmeister ins Rennen ging, duellierte sich in Runde elf zunächst mit Max Verstappen. Obwohl er anfangs die Oberhand behielt, wurde sein Rennen durch eine Reihe von Problemen und strategischen Entscheidungen seines Teams beeinträchtigt. Er beklagte sich über mangelnde Leistung und fiel im Verlauf des Rennens zurück.
Strategische Fehlentscheidungen und Reifenprobleme
Ein entscheidender Faktor für Ferraris schlechte Performance war ein Strategiefehler. Während die meisten Top-Teams auf eine Zwei-Stopp-Strategie mit härteren Reifenmischungen setzten, schickte Ferrari Hamilton zwischenzeitlich auf weichen Reifen zurück auf die Strecke. Dies führte dazu, dass Hamilton insgesamt drei Stopps einlegen musste und dadurch Positionen verlor.
Teamchef Fred Vasseur räumte die Fehler ein und erklärte, dass man versucht habe, gegen Mercedes und Max Verstappen zu kämpfen, obwohl die nötige Pace fehlte. Er sprach von einer Überreaktion bei der Strategie und einem zu aggressiven Umgang mit den Reifen, was letztendlich zu einem Verlust von wichtigen Punkten im WM-Kampf führte. Auch McLaren konnte von Ferraris Schwierigkeiten profitieren.
Hamilton selbst äußerte sich ebenfalls zur Reifenproblematik und beschrieb das Rennen als „sehr, sehr hart“. Er erklärte, dass das Auto mit keiner Reifenmischung gut harmonierte und die Balance auf jedem Reifensatz schwierig war. Trotz der Hitze, die Vasseur nicht als alleinigen Faktor für die Probleme sah, war die Strecke in Spielberg mit ihren vielen Stop-and-Go-Passagen und der damit verbundenen Traktion eine Herausforderung, die zu einer massiven Überhitzung führte.
Die Konkurrenz zeigte sich überrascht über die mangelnde Geschwindigkeit von Ferrari. McLaren-Pilot Lando Norris sprach sogar von Mitleid mit dem Team und bemerkte, dass es für Ferrari ein hartes Rennen gewesen sein muss, wenn man auf den Geraden stark pushen muss und in den Kurven mit den Vorderreifen nichts ausrichten kann.
Im Gesamtranking liegt Hamilton nach dem Österreich-GP mit 125 Zählern auf Rang drei, während Leclerc mit 79 Zählern auf Rang sechs geführt wird. Vasseur betonte die Bedeutung von „sauberer Luft“ im Rennen, die man an diesem Tag nicht gehabt habe, und dass man oft zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sei.
Kritik von Mercedes und Blick nach vorn
Nach dem Rennen in Spielberg, bei dem George Russell den Sieg für Mercedes holte und Kimi Antonelli Dritter wurde, äußerte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff kritisch gegenüber Ferrari. Er zeigte sich überrascht über die Menge an Updates, die Ferrari an den Start brachte, darunter ein Motor-Upgrade sowie neue Teile am Frontflügel und Unterboden.
Wolff spielte auf das Budget-Limit an, das für alle Teams gilt, und fragte sich, wie Ferrari so viele Teile bringen könne, ohne dass ihnen das Geld ausgehe. Er vermutete, dass Ferrari bereits sechs Monate zuvor mit der Entwicklung des neuen Motors begonnen haben müsse. Diese Äußerungen könnten als eine Retourkutsche im politischen Boxkampf zwischen den beiden Teams verstanden werden, nachdem Ferrari zuvor die FIA um Klärung bezüglich des Mercedes-Diffusors aus Kanada gebeten hatte.
Die FIA hatte nach der Intervention von Ferrari tatsächlich eine Anpassung der Richtlinien vorgenommen und die Mercedes-Lösung untersagt, was für Mercedes Modifikationen für Spielberg erforderlich machte. Ferrari spielte den Vorfall herunter und bezeichnete solche technischen Klarstellungen als normal.
Trotz der Kritik von Wolff und der eigenen Enttäuschung über das Rennen in Spielberg blickt Hamilton bereits auf das nächste Rennen in Silverstone. Er äußerte die Hoffnung, dass das Auto dort in einer besseren Position sein wird, obwohl er die Strecke mit ihren vielen Geraden als potenziell ungünstig für das Team ansieht. Das nächste Rennen findet in Silverstone statt.



Read Also
Source: n-tv.de
