Nagelsmanns Rücktritt und die Suche nach einem Nachfolger
Nagelsmanns Rücktritt und die Suche nach einem Nachfolger
Julian Nagelsmann ist nicht länger Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gab bekannt, dass der Vertrag mit Nagelsmann nach dem frühen Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft aufgelöst wurde. Nagelsmann hatte zuvor selbst um die Vertragsauflösung gebeten, einem Wunsch, dem der DFB nachkam.
Die Entscheidung erfolgte nach einer intensiven Analyse des vorzeitigen WM-Ausscheidens. Berichten zufolge wurde Nagelsmann nach einem dreieinhalbstündigen Treffen am Donnerstag von der DFB-Spitze ein Rücktritt nahegelegt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte, dass man nach einem solchen Rückschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne.
Nagelsmann äußerte sich zu seiner Entscheidung und entschuldigte sich bei den Fans für das enttäuschende Abschneiden. Er dankte auch seinem Trainerteam und den Spielern für die Zusammenarbeit. Sportdirektor Rudi Völler zollte Nagelsmann Respekt für seine Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen und die Nationalmannschaft über seine eigene Person zu stellen.
Mit Nagelsmann werden auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Zudem kündigte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig an, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht zu verlängern. Diese Entscheidung hatte Rettig dem DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft mitgeteilt.

Klopp als Wunschkandidat für die Nationalmannschaft
Gleichzeitig bestätigte der DFB, dass man für die Neubesetzung des Traineramtes „das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen wird“. Klopp soll bereits „seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert“ haben, den Posten zu übernehmen. Der ehemalige Liverpool-Trainer und langjährige Dortmund-Coach war während der Weltmeisterschaft als Experte für Magenta TV tätig.
Klopp hatte sich zunächst zurückhaltend geäußert, als er auf die Möglichkeit angesprochen wurde, den Posten zu übernehmen. Er verstehe, dass sein Name genannt werde, aber es sei nicht der richtige Moment, darüber zu sprechen. Zu Beginn des Turniers hatte Klopp mit einer Äußerung für Diskussionen gesorgt, als er in Bezug auf die deutsche Startelf sagte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“ Dies wurde von vielen als Einmischung in eine mögliche Nachfolgerdebatte interpretiert, wofür sich Klopp später entschuldigte.
Die Verpflichtung von Klopp könnte für den DFB finanziell aufwendig werden. Allein die Trennung von Nagelsmann soll Berichten zufolge bis zu sieben Millionen Euro kosten. Klopps Jahresgehalt dürfte sich in ähnlichen oder sogar höheren Dimensionen bewegen. Zudem ist Klopp derzeit noch als Head of Global Soccer für den Fußballkonzern Red Bull tätig, was eine Ablösesumme an Red Bull bedeuten könnte.
Fahrplan für die Zukunft
Nach Informationen steht Klopp zur Verfügung, wenn Deutschland ihn braucht. Ihn reizt die Perspektive, sein Land zur EM 2028 zu führen, die in Großbritannien stattfindet. Bei Red Bull läuft Klopps Vertrag noch bis 2029, sodass eine Einigung mit Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff notwendig wäre.
Nach DFB-Vorstellung soll der neue Bundestrainer bis spätestens Anfang August gefunden sein und Klopp dann seine Arbeit aufnehmen. Dies würde die Schaffung neuer Strukturen und eines passenden Trainerteams ermöglichen. Ende August beginnt die neue Bundesliga-Saison, und knapp drei Wochen später stehen die ersten Länderspiele nach der Weltmeisterschaft an.
Ein Vorteil für Klopp wäre die verlängerte Länderspielphase von Ende September bis Anfang Oktober. In dieser Zeit könnte er in vier Nations-League-Partien gegen Holland, Serbien und zweimal Griechenland erste Eindrücke sammeln. Zudem wird die Mannschaft im September/Oktober und im November noch zweimal im „heimischen“ Homeground in Herzogenaurach trainieren und nächtigen, bevor im neuen Jahr der Wechsel zu Ausrüster Nike vollzogen wird, dessen Vertrag bis 2034 läuft.

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Source: zeit.de
