WM 2026: Hildebrand-Klartext zu Neuer! „Kotzt mich an“ - BILD
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Hildebrand äußert sich deutlich zu Neuer-Kritik nach Ecuador-Spiel

Hildebrand verteidigt Neuer nach Gegentor

Der ehemalige Nationaltorwart Timo Hildebrand hat sich nach der 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador bei der Weltmeisterschaft klar positioniert und Manuel Neuer verteidigt. Nach dem zweiten Gegentor im Spiel, bei dem Neuer kritisiert wurde, äußerte sich Hildebrand in einem Instagram-Video und rechnete dabei mit Fans und Medien ab. Er betonte, dass die Kritik an Neuer unangebracht sei und viele Kritiker keine Ahnung hätten. Hildebrand, der selbst sieben Länderspiele absolvierte und zum deutschen WM-Kader 2006 gehörte, zeigte sich frustriert über die schnelle Schuldzuweisung an den Torhüter.

Hildebrand wies darauf hin, dass nicht Neuer der Hauptschuldige am Gegentor war. Er verwies auf Fehler in der Defensive, die dem Gegentor vorausgingen. So habe David Raum ein Kopfballduell verloren, Jamal Musiala sei weggeschubst worden und Jonathan Tah habe falsch gestanden. Diese Aspekte würden in der öffentlichen Diskussion ignoriert, während sich alle auf Manuel Neuer konzentrierten. Hildebrand kritisierte die Medien und Fans scharf dafür, dass sie Neuer zum Sündenbock machten und die Leistungen anderer Spieler außer Acht ließen.

Die schnelle Kehrtwende in der öffentlichen Meinung, die Neuer zuvor als WM-Torwart gefordert hatte, kann Hildebrand nicht nachvollziehen. Er erklärte, dass Neuer in der schnellen Szene versucht habe, den Ball zu fangen, und den Spieler einfach nicht sehen konnte. Hildebrand forderte dazu auf, Manuel Neuer in Ruhe zu lassen und stattdessen über die drei Spieler zu berichten, die zuvor Fehler gemacht hatten. Auch unter seinem Video legte der frühere Nationalkeeper nach und schrieb, dass die Kritiker keine Ahnung hätten und ihn dies sehr triggere.

Manuel Neuer selbst wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. Der Weltmeister von 2014 erklärte, dass es sich nicht um einen Torwartfehler gehandelt habe. Er beschrieb die Situation als eine normale Kopfballverlängerung, bei der er versucht habe, den Ball zu fangen. Jeder Torwart, der Erfahrung habe, wisse, dass dies eine normale Reaktion sei. Für Neuer verlief die WM bisher nicht optimal, da er bereits vier Gegentore kassierte und nur drei Paraden in seiner Statistik stehen.

Schweinsteiger und Maier äußern sich zur Leistung Neuers

Auch Bastian Schweinsteiger, ARD-Experte und langjähriger Kollege von Manuel Neuer, nahm diesen nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador in Schutz. Trotz der Tatsache, dass Neuer beim Siegtreffer Ecuadors im eigenen Fünfmeterraum zu spät kam und den Ball verpasste, beurteilte Schweinsteiger die Leistung seines Kollegen wohlwollend. Er erklärte, dass es für einen Torwart extrem schwer sei, in einer solchen Situation zu reagieren, besonders wenn viele Spieler vor ihm stünden. Schweinsteiger betonte, dass Neuer für das deutsche Spiel weiterhin sehr wichtig sein werde.

Ein Thema, das Schweinsteiger sichtlich unangenehm war, war die Diskussion um Neuers Leistung. Er lächelte verlegen, als er auf die Situation angesprochen wurde. Bezüglich des ersten Gegentors erklärte er, dass der Ball schwer zu halten gewesen sei. Bei dem Eckball, der zum 2:1-Siegtreffer führte, analysierte Schweinsteiger zunächst die Positionierung und das Zweikampfverhalten anderer Spieler, bevor er auf die Schwierigkeit für den Torwart einging. Er hob hervor, dass es in anderen Spielen ähnliche Situationen gegeben habe, in denen ein Torwart wenig ausrichten könne, wenn viele Spieler die Sicht versperren.

Die Torwart-Legende Sepp Maier äußerte sich ebenfalls zur Leistung von Manuel Neuer. Er sagte, dass Neuer den Ball früher souverän gehalten hätte und die Szene unglücklich aussah. Maier betonte, dass Neuer nicht der Sündenbock für die Niederlage sei und dies unfair wäre. Er erklärte, dass Neuer sich bei dem Gegentor an die eigene Nase fassen müsse, da er dem Ball früher hätte entgegengehen sollen, statt auf ihn zu warten. Ein Torwart seiner Klasse müsse in solchen Situationen aktiver agieren. Dennoch nahm Maier den Bayern-Keeper in Schutz und betonte, dass ein einzelner Fehler nicht überbewertet werden dürfe, da Deutschland die wichtigste Aufgabe in der Gruppe bereits erfüllt hatte.

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger ließ in Bezug auf Manuel Neuer die nötige Klarheit vermissen.© IMAGO/Fussball-News Saarland/Sebastian Bach Credit: web.de

Maier hob hervor, dass Neuer über viele Jahre Maßstäbe gesetzt habe und weiterhin ein außergewöhnlicher Keeper sei. Gerade deshalb werde seine Leistung besonders kritisch bewertet, da der Anspruch an ihn ein anderer sei. Er habe Deutschland so oft gerettet, dass man fast vergesse, dass auch er Fehler machen könne. Trotz des Patzers bleibt Neuer für Maier die klare Nummer eins im deutschen Tor. Der Weltmeister von 1974 traut dem Routinier zu, die Mannschaft auch in der K.o.-Phase als Führungsspieler anzuführen. Die Niederlage gegen Ecuador war für die deutsche Nationalmannschaft sportlich zu verschmerzen, da das DFB-Team bereits vor dem letzten Gruppenspiel sicher für die K.o.-Runde qualifiziert war.

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Source: bild.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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