WM-Aufreger: Schweinsteiger kritisiert Schiedsrichter nach Mbappé-Elfmeter
Diskussion um Elfmeter und Schiedsrichterentscheidungen
Im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Frankreich und Marokko sorgte eine Szene um den französischen Superstar Kylian Mbappé für Aufregung. In der 27. Minute wurde Mbappé nach einem Foul des ehemaligen Bayern-Verteidigers Noussair Mazraoui ein Elfmeter zugesprochen. Die Ausführung des Strafstoßes verzögerte sich jedoch erheblich.
Zwischen dem Pfiff und der tatsächlichen Ausführung des Elfmeters vergingen mehr als drei Minuten. Grund dafür war ein langer VAR-Check durch das argentinische Schiedsrichtergespann um Facundo Tello und Hernan Mastrangelo. In dieser Zeit war Mbappé sichtlich irritiert und hob vorwurfsvoll die Hände.
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger äußerte sein Unverständnis über die lange Wartezeit. Er bezeichnete die Situation als „Witz“ und kritisierte, dass der Schiedsrichter Mbappé nicht so lange hätte warten lassen dürfen. Schweinsteiger deutete an, dass die Verzögerung den Schützen durcheinanderbringen könnte und sprach von einer möglichen „WM-Verschwörung“ im Hinblick auf den argentinischen Schiedsrichter.

Kontroverse um Mundbedeckung und Rivalität
Während der langen Wartezeit vor dem Elfmeter gab es eine weitere bemerkenswerte Szene. Frankreichs Ousmane Dembélé und der Marokkaner Issa Diop unterhielten sich, wobei Diop seinen Mund mit dem Trikot verdeckte. Eine Regel, die vor der Weltmeisterschaft eingeführt wurde, sieht vor, dass Spieler, die in konfrontativen Situationen ihren Mund mit Hand oder Trikot bedecken, vom Platz gestellt werden können. Diese Regel wurde beispielsweise beim Paraguayer Miguel Almiron angewendet.
Diop kam in dieser Situation jedoch ungestraft davon. Der FIFA-Schiri-Boss Pierluigi Collina hatte vor dem Turnier präzisiert, dass Spieler ihren Mund weiterhin bedecken dürfen, wenn sie sich „mit Freunden unterhalten“. Da Dembélé die Versuche, Unruhe zu stiften, mit einem Lächeln quittierte, wurde die Situation nicht als konfrontativ eingestuft.

Die Entscheidung, ein rein argentinisches Schiedsrichterteam für das Spiel zu nominieren, hatte bereits im Vorfeld für Verärgerung bei französischen Fans und Medien gesorgt. Es war das erste Mal in diesem Turnier, dass alle Schiedsrichter eines K.o.-Spiels aus derselben Nation stammten. Die Rivalität zwischen Frankreich und Argentinien ist groß, da Argentinien das WM-Finale 2022 gegen Frankreich gewann und Frankreich vier Jahre zuvor die Südamerikaner im Achtelfinale ausschaltete. Die beiden Nationen könnten am kommenden Wochenende erneut im Finale aufeinandertreffen.
Spielverlauf und Ergebnis
Trotz der langen Wartezeit verschoss Kylian Mbappé den Elfmeter, und Marokko-Torwart Bono hielt den Ball fest. Nach der Halbzeitpause gelang es Mbappé jedoch, sein Team in Führung zu bringen. Rund eine Stunde nach Spielbeginn erzielte der Real Madrid-Profi das 1:0 mit einem Schlenzer.
In der 66. Minute erhöhte Ousmane Dembélé auf 2:0. Die Mannschaft von Didier Deschamps zeigte sich im Vorfeld der Partie entspannt bezüglich der Schiedsrichterentscheidung. Bayern Münchens Verteidiger Dayot Upamecano erklärte, dass sich das Team auf das Spiel gegen Marokko konzentriere und nicht auf die Schiedsrichter.
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Source: bild.de
