Zverev zeigt souveräne Leistung in Wimbledon und blickt optimistisch auf den Titel
Alexander Zverev hat in der zweiten Runde des Wimbledon-Turniers eine stabile und souveräne Leistung auf dem Rasen gezeigt. Der 29-jährige Tennisspieler, der erstmals als Grand-Slam-Champion bei einem Major-Turnier antritt, äußerte sich nach seinem Sieg offensiver zu seinen Ambitionen. Der bisherige Turnierverlauf gibt Anlass zu Optimismus.
Zverev besiegte den Franzosen Valentin Royer mit 6:1, 6:3, 7:6 (7:3). Nach dem Match gab er an, „zweieinhalb Sätze lang“ „fast perfektes Tennis gespielt“ zu haben. Diese hohe Einschätzung seiner eigenen Leistung ist bei Zverev nicht alltäglich. Trotz früherer Schwierigkeiten auf Rasen und in Wimbledon scheint sich Zverev zu einem ernsthaften Titelaspiranten im All England Club zu entwickeln.
Gegen Royer überzeugte Zverev nicht nur mit seiner gewohnten Aufschlagstärke, sondern auch in anderen Bereichen seines Spiels. Ein Beispiel hierfür ist seine Effizienz am Netz: Neunmal suchte er den Weg nach vorne und punktete dabei achtmal. Nach seinem zweiten Sieg im Turnier erklärte Zverev, dass er auf ein „großes Ergebnis“ in Wimbledon warte und dieses Jahr eine Chance dazu bestehe, wenn er weiterhin so spiele.
Schon vor Turnierbeginn zeigte sich der French-Open-Sieger selbstbewusst und betonte, dass sich Wimbledon in diesem Jahr „anders anfühlt“, obwohl es das Grand-Slam-Turnier war, bei dem er „immer die meisten Schwierigkeiten hatte“. Die Vorbereitung sei gut verlaufen und sein spielerisches Niveau sei vorhanden.
Der Einfluss des French-Open-Titels
Der Gewinn des Titels in Roland-Garros hat Zverev nach eigenen Angaben „mehr Freude und Freiheit“ gegeben, da er nun weiß, dass er bereits ein Grand-Slam-Event gewonnen hat. Dieses neue Gefühl der Leichtigkeit scheint Zverev an der Church Road zugutezukommen, wo er zuvor nie über das Achtelfinale hinausgekommen war. Sein Ziel ist es, dieses persönliche Top-Ergebnis zu übertreffen.
Die Aussichten für Zverev im weiteren Turnierverlauf sind vielversprechend. In der dritten Runde trifft er auf den US-Profi Marcos Giron, die Nummer 92 der Welt. Gegen Giron hat Zverev eine Bilanz von 4:0 Siegen. Die Partie findet am Sonnabend statt.
Im Achtelfinale könnte es zu einem Aufeinandertreffen mit Jiri Lehecka kommen. Lehecka, die Nummer 14 des ATP-Rankings, hat eine 1:1-Bilanz gegen Zverev und stellt eine größere Herausforderung dar, dennoch wäre der Hamburger in dieser Begegnung klar favorisiert.
Potenzielle Herausforderungen auf dem Weg zum Finale
Im Viertelfinale könnte es zu einer kniffligen Begegnung mit dem an Position sechs gesetzten Taylor Fritz kommen. Der US-Amerikaner gilt als „Angstgegner“ für Zverev, da er die letzten sieben Partien gegen den 28-Jährigen verloren hat. Sollte Zverev Fritz besiegen, wäre ein Halbfinale gegen Alex de Minaur wahrscheinlich.
Im Endspiel wäre ein Duell mit dem Titelverteidiger Jannik Sinner denkbar oder auch mit dem siebenmaligen Wimbledon-Champion Novak Djokovic. Dies sind zweifellos schwere Aufgaben, doch Zverev hat sich in den letzten Wochen einen Status erarbeitet und eine Form gezeigt, die ihn in keinem Duell mehr zum Außenseiter macht.
Der lockere Sieg gegen Royer, bei dem Zverev die Partie vom ersten Ball an im Griff hatte, war für ihn wie ein „lockeres Rasentraining“. Trotz eines kurzen Konzentrationsverlusts im dritten Satz, den er im Tiebreak dominierte, zeigte er sich zufrieden, in drei Sätzen weitergekommen zu sein, was „Energie spart“ und ein „gutes Gefühl“ gibt. Zverev war nur wenig Zeit geblieben, seinen ersten Grand-Slam-Titel zu feiern, da das nächste Turnier bereits „um die Ecke“ war und jedes Match „sehr ernst“ genommen werden muss.
Zverev äußerte sich auch zu seiner Position in der Weltrangliste. Er ist derzeit Dritter und könnte bei einem Finaleinzug in Wimbledon am Spanier Carlos Alcaraz vorbeiziehen und hinter dem Italiener Jannik Sinner auf Position zwei klettern. Er betonte jedoch, dass ihm die Nummer zwei „relativ egal“ sei, da er dort schon „paarmal“ war. Sein Fokus liegt auf der Nummer eins, die „was anderes“ ist. Zuletzt stand Zverev bis zum 13. April 2025 auf Platz zwei der Weltrangliste.
Im gleißenden Sonnenlicht und bei Temperaturen knapp unter 30 Grad auf dem zweitgrößten Platz der Anlage fühlte sich Zverev offensichtlich wohl. Von einer Erkältung, die ihn tagelang plagte, und einer Rasenallergie, die er nach eigenen Angaben seit Jahren hat, war nichts zu merken. Nach 2:04 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball.
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Source: eurosport.de
