"Peinlichkeit" - Experten rechnen mit dem DFB-Team ab
"Peinlichkeit" - Experten rechnen mit dem DFB-Team ab

DFB-Team scheidet bei WM aus: Kritik von Ex-Stars und finanzielle Einbußen

Frühes WM-Aus und finanzielle Folgen

Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 im Sechzehntelfinale gegen Paraguay hat nicht nur sportliche, sondern auch erhebliche finanzielle Auswirkungen für den DFB. Durch das Verpassen der ersten K.-o.-Runde entgehen dem Verband mehrere Millionen US-Dollar. Für das Erreichen dieser Runde hätte der DFB 11 Millionen US-Dollar vom Weltverband FIFA erhalten.

Ein Einzug ins Achtelfinale hätte weitere vier Millionen Dollar eingebracht, und für das Viertelfinale wären noch einmal vier Millionen hinzugekommen. Der künftige Weltmeister erhält eine Prämie von 50 Millionen US-Dollar, während der unterlegene Finalist 33 Millionen bekommt. Schon vor dem Turnierbeginn hatte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig darauf hingewiesen, dass es für europäische Nationen ohne Halbfinaleinzug schwierig sei, „wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben“.

Das Vorrundenaus in Russland im Jahr 2018 und in Katar im Jahr 2022 hatte bereits zu erheblichen finanziellen Einbußen geführt. Insgesamt werden bei der WM 2026 871 Millionen US-Dollar an die 48 Teams ausgeschüttet. Jeder Teilnehmer, einschließlich des DFB, konnte mit 10 Millionen US-Dollar Startgeld und 2,5 Millionen Dollar für Vorbereitungskosten planen.

Heftige Kritik und Fan-Enttäuschung

Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft sorgte bei ehemaligen Nationalspielern für Bestürzung und scharfe Kritik. Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger bemängelte das „fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“.

Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann äußerte sich ebenfalls deutlich. Er sprach von einem „sehr traurigen Tag für uns alle in Deutschland“ und bezeichnete die Art und Weise des Ausscheidens als „niederschmetternd, eine Peinlichkeit“. Klinsmann forderte „Konsequenzen, was auch immer diese Konsequenzen sein mögen“.

Jürgen Klinsmann ist Trainer der Südkoreanischen Mannschaft
Jürgen Klinsmann ist Trainer der Südkoreanischen Mannschaft Credit: sportschau.de

Auch Dietmar Hamann fand harsche Worte und kritisierte die Auftritte als „enttäuschend“. Er richtete seine Kritik an DFB-Coach Julian Nagelsmann, indem er sagte: „Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen. Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut.“

Die Fans zeigten sich nach dem Ausscheiden in Boston ebenfalls enttäuscht und kritisierten vor allem Bundestrainer Julian Nagelsmann. Prominente Persönlichkeiten wie Oliver Pocher und Pietro Lombardi äußerten ihre Fassungslosigkeit. Moderator Kai Pflaume, der das Spiel live in Boston verfolgte, hatte einen optimistischen Tipp von „5:1“ für Deutschland abgegeben und zeigte sich nach der Niederlage überrascht.

Henry, der Sohn von Heidi Klum, vermutete sogar eine Verschwörung und forderte, den Schiedsrichter zu überprüfen, nachdem Jonathan Tahs Tor in der Verlängerung nicht anerkannt wurde. Der allgemeine Tenor in der nationalen und internationalen Presse ist, dass vom Nimbus des deutschen Nationalteams als gefürchtete Turniermannschaft nicht mehr viel übrig ist.

Reaktionen und Zukunftsperspektiven

Nach dem enttäuschenden Aus kehrte die deutsche Mannschaft ein letztes Mal in ihr WM-Quartier in Winston-Salem zurück. Julian Nagelsmann schloss einen Rücktritt trotz des frühen Ausscheidens aus und betonte, dass er seinen Vertrag erfüllen wolle. Unterstützung erhielt er von DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der ihn weiterhin als „absoluten Toptrainer“ bezeichnete.

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach der Mannschaft Trost zu und lobte ihren Einsatz und Teamgeist. Für Manuel Neuer war es nach eigenen Angaben das letzte Länderspiel im DFB-Trikot. Er hatte bereits im August 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, wurde aber vor der WM 2026 von Julian Nagelsmann als Nummer eins zurückgeholt.

Paraguays Staatspräsident Santiago Peña rief den Tag nach dem Sieg über die deutsche Nationalmannschaft zum nationalen Feiertag aus. Er schrieb auf X: „PARAGUAY GIBT NIEMALS AUF! FEIERTAG, VERDAMMT NOCH MAL!“ Für Paraguay war der Triumph im Sechzehntelfinale gegen die deutsche Mannschaft erst der zweite K.o.-Sieg bei einer WM.

Paraguays Julio Enciso, der gegen Deutschland zur zwischenzeitlichen Führung traf, widmete seinen Treffer seinem verstorbenen Großvater. Er beschrieb den Tag als den „schönsten Tag seines Lebens“ und sah den Einzug ins Achtelfinale als „Geschenk Gottes“ an. Das Spiel endete nach 120 Minuten mit 1:1, und Paraguay gewann das Elfmeterschießen mit 4:3.

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Source: sportschau.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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