Leere und Kritik nach dem WM-Aus des DFB-Teams
Enttäuschung und Kritik nach dem frühen Ausscheiden
Das vorzeitige Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay hat in Deutschland weitreichende Reaktionen ausgelöst. Die Spieler des DFB-Teams zeigten sich nach der Niederlage tief enttäuscht. Angreifer Deniz Undav drückte seine Gefühle auf Instagram aus: „Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen.“ Auch Florian Wirtz, Kai Havertz und Nick Woltemade äußerten sich über ihre Social-Media-Kanäle.
Besonders hart traf es Nick Woltemade, dessen erster WM-Einsatz im Elfmeterschießen gegen Paraguay endete. Er schrieb: „Ehrlich… dass meine erste WM so zu Ende geht, trifft mich hart.“ Der Newcastle United-Profi, der erst in der 88. Minute eingewechselt wurde, bedankte sich bei den Fans für die aufbauenden Worte. Die Heimreise der Spieler begann kurz nach dem Ausscheiden aus dem WM-Quartier in Winston-Salem, wobei die Aufarbeitung der Ereignisse bereits angelaufen sein soll.
Die Emotionen unmittelbar nach der Niederlage waren laut Berichten verhalten. Reporter Alexander Schlüter beschrieb eine große Leere unter den Spielern, mit Ausnahme von Joshua Kimmich, dem man die Wut angesehen habe. Schlüter fragte sich, warum niemand explodierte, da Tränen, Wut oder Schreien nicht zu sehen waren. Auch bei Bundestrainer Julian Nagelsmann bemerkte Schlüter eine große Anspannung und den Eindruck, dass es für ihn eher ein Abarbeiten war, als die gewohnte rhetorische Eloquenz.
Finanzielle und sportliche Konsequenzen
Das frühe Ausscheiden hat auch erhebliche finanzielle Auswirkungen für den DFB. Der Verband verpasst durch das Nicht-Erreichen des Achtelfinales mehrere Millionen US-Dollar. Für das Erreichen der ersten K.-o.-Runde erhält der DFB 11 Millionen US-Dollar vom Weltverband FIFA. Das Achtelfinale hätte weitere 4 Millionen Dollar eingebracht, und nochmals 4 Millionen wären für das Viertelfinale hinzugekommen. Der künftige Weltmeister erhält eine Prämie von 50 Millionen US-Dollar, während der unterlegene Finalist 33 Millionen erhält.
Bereits vor dem Turnier hatte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig darauf hingewiesen, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwierig werden würde, wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben. Der DFB hatte bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar finanzielle Einbußen durch das Vorrundenaus erlitten. Insgesamt werden bei der WM 2026 871 Millionen US-Dollar an die 48 Teams ausgeschüttet. Jeder Teilnehmer, einschließlich des DFB, konnte mit einem Startgeld von 10 Millionen US-Dollar und 2,5 Millionen Dollar für Vorbereitungskosten planen.
Ehemalige Nationalspieler äußerten sich ebenfalls kritisch. Bastian Schweinsteiger monierte das „fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“. Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann bezeichnete die Art und Weise des Ausscheidens als „niederschmetternd, eine Peinlichkeit“ und forderte Konsequenzen. Auch Dietmar Hamann kritisierte die Auftritte als enttäuschend und sah den Trainer in der Verantwortung.
Diskussion um Trainer und kuriose Suchanfragen
Die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann bleibt nach dem Ausscheiden offen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte, dass man nach einem solchen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Thomas Hitzlsperger kritisierte Nagelsmanns Auftreten und sah ihm eine fehlende Souveränität. Trotz des frühen Ausscheidens hatte Nagelsmann einen Rücktritt ausgeschlossen. Im WM-Camp in Winston-Salem fand noch ein Abschlussmeeting der Nationalspieler und des Stabes statt, bevor die Spieler individuell die Heimreise antraten.

Das Debakel führte auch zu ungewöhnlichen Internet-Suchanfragen. Nach dem aberkannten Tor von Jonathan Tah, das zum vermeintlichen 2:1 geführt hätte, suchten Nutzer nach „Wo kann man Beschwerde gegen FIFA-Schiedsrichter einreichen?“ und „Kann man eine Schiedsrichterentscheidung rückgängig machen?“. Der Treffer von Tah wurde nach einem Videobeweis wegen eines angeblichen Fouls zurückgenommen, was für Aufregung sorgte. Der Schiedsrichter Jalal Jayed hatte das Vergehen live nicht gesehen, sondern wurde von seinen Kollegen an den Bildschirmen darauf hingewiesen.
Andere Suchanfragen betrafen den paraguayischen Torwart Orlando Gill, der mit 1,99 Meter Größe und zwei gehaltenen Elfmetern zum Schrecken der deutschen Mannschaft avancierte. Nutzer suchten nach „Wie groß ist der Torwart von Paraguay?“. Gill, der für den argentinischen Klub CA San Lorenzo spielt, analysierte nach eigenen Angaben jeden Spieler und jeden Aspekt, was ihm bei den entscheidenden Elfmetern half. Kurioserweise stieg die Suchanfrage „Paraguay Urlaub“ innerhalb von zwölf Stunden um 800 Prozent, was das Land, das Deutschland aus dem Turnier warf, plötzlich zu einem Reiseziel machte.
Die Diskussion um die Nachfolge von Julian Nagelsmann hat bereits begonnen, wobei Jürgen Klopp als möglicher Kandidat gehandelt wird. Das frühe Ausscheiden des DFB-Teams bei der WM 2026 markiert das dritte Mal in Folge, dass die deutsche Nationalmannschaft blamabel aus einem großen Turnier ausscheidet.
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Source: sportschau.de
