WM 2026: Bastian Schweinsteiger äußert sich zu Rassismusvorwurf nach Kritik
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hat sich zu den Rassismusvorwürfen geäußert, die nach seinen Kommentaren zum Spielstil der Elfenbeinküste im Rahmen der WM 2026 aufkamen. Schweinsteiger, der als TV-Experte tätig ist, hatte vor dem WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste den Spielstil des afrikanischen Teams analysiert. Seine Äußerungen führten zu scharfer Kritik, insbesondere vom Nationaltrainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé.
In einer Stellungnahme, die von der ARD verbreitet wurde, betonte Schweinsteiger: „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger.“ Er fügte hinzu, dass er auf keinen Fall jemandem zu nahe treten wollte.
Kritik des ivorischen Trainers
Die Kritik entzündete sich an Schweinsteigers Beschreibung des Spiels der Elfenbeinküste. Er hatte es als „bisschen afrikanischer Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist“ bezeichnet. Zudem merkte er an, dass man sich darauf einstellen müsse, dass es manchmal unberechenbar werde.
Nachdem die Elfenbeinküste durch einen Sieg gegen Curaçao in die K.-o.-Runde eingezogen war, äußerte sich Trainer Emerse Faé kritisch zu Schweinsteigers Aussagen. Faé bezeichnete die Kommentare als „traurig“ und sagte: „Wir könnten es rassistisch nennen. Als ich seinen Kommentar gehört habe, war ich enttäuscht. Ich habe keine andere Möglichkeit, als das zu akzeptieren.“ Er betonte, dass er nicht ändern könne, was Schweinsteiger oder andere Leute erzählen.
Faé widersprach dem Bild, das Schweinsteiger von seinem Team gezeichnet hatte. Er erklärte: „Ich stimme ihm nicht zu. Alles, was ich tun kann, ist zu zeigen, dass wir nicht nur physisch spielen, sondern auch taktisch und technisch.“ Der Trainer der Elfenbeinküste äußerte sich auch persönlich betroffen, da er ein großer Fan des ehemaligen deutschen Nationalspielers gewesen sei und ihn stets bewundert habe. Freunde hätten ihn aufgrund seiner Begeisterung für Schweinsteiger sogar „Bastian“ genannt.
Rückendeckung von der ARD
Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, stellte sich hinter Bastian Schweinsteiger. Er erklärte, dass Schweinsteiger sich zu seinen Erwartungen an den Spielstil der Mannschaft der Elfenbeinküste geäußert habe und dabei seine Erfahrungen und Beobachtungen der letzten Spiele zusammenfasste. Balkausky betonte, dass es sich um eine fußballerische Einordnung gehandelt habe und nicht um die Menschen. „Darin und auch in der Wortwahl kann ich keine Form von Rassismus entdecken“, so Balkausky.
Der ARD-Sportkoordinator äußerte zudem die Hoffnung, dass es im Laufe des Turniers zu einem direkten Austausch zwischen Emerse Faé und Bastian Schweinsteiger kommen könnte. Er zeigte sich überzeugt, dass sich Faés Verdacht in diesem Fall schnell revidieren würde.
Auch der ehemalige Liverpool-Trainer Jürgen Klopp wurde zu Schweinsteigers Aussagen befragt. Klopp, der bei der WM für Magenta TV im Einsatz ist, reagierte gereizt auf die Frage. Er sprach von einem ernsten Thema und sagte: „Ich weiß nicht einmal, was man Angemessenes sagen sollte. Für afrikanische Menschen ist es eine Sache, für andere Menschen ist es eine andere.“ Klopp beendete das Interview nach dieser Äußerung.
Die Debatte um die Kommentare von Bastian Schweinsteiger hat eine Diskussion über die Verbreitung rassistischer Stereotype im Fußball ausgelöst, die nach dem Einzug der Elfenbeinküste in die K.-o.-Runde der WM an Fahrt aufnahm.
Die Elfenbeinküste sicherte sich ihren Platz in der K.-o.-Runde durch einen Sieg gegen Curaçao.
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Source: welt.de
