DFB-Team reist nach WM-Aus ab, Nagelsmann-Zukunft offen
Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist das Team aus den USA abgereist. Die Spieler verließen individuell das WM-Quartier in Winston-Salem, nachdem eine letzte interne Besprechung stattgefunden hatte. Eine abschließende Pressekonferenz wurde Medienberichten zufolge abgesagt.
Bundestrainer Julian Nagelsmann trat ebenfalls die Heimreise an. Er wurde am Dienstagabend in Charlotte zusammen mit seiner Frau Lena und seiner Mutter gesichtet, als er einen Flug nach München nahm. Auch die Spieler Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic befanden sich auf demselben Flug wie Nagelsmann. Manuel Neuer, der seinen erneuten Rücktritt aus der Nationalmannschaft bestätigt hatte, sollte später abreisen.
Reaktionen und Kritik nach dem Ausscheiden
Das frühe WM-Aus, das nach einem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay besiegelt wurde, führte zu erheblicher Enttäuschung und Kritik. Ehemalige Nationalspieler äußerten sich bestürzt über die Leistung des Teams. Bastian Schweinsteiger bemängelte ein „fehlendes fußballerisches Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel“.
Jürgen Klinsmann bezeichnete das Ausscheiden als „niederschmetternd“ und „eine Peinlichkeit“, vergleichbar mit den Ergebnissen in Katar und Russland. Er forderte „Konsequenzen“. Auch Dietmar Hamann kritisierte die Auftritte als „enttäuschend“ und sah den Trainer in der Verantwortung, da dieser „selten Spiele schaut“.
Thomas Hitzlsperger äußerte sich ebenfalls kritisch über Julian Nagelsmanns Auftreten und mögliche Zukunft. Er monierte, dass es dem Bundestrainer an Souveränität fehle und kritisierte dessen wiederholte verbale Patzer. Ein Reporter vor Ort beschrieb Nagelsmanns Verhalten während des Turniers als angespannt, mit wenig Lächeln und dem Eindruck, dass es für ihn eine „Abarbeitung“ gewesen sei.

Finanzielle Auswirkungen und Nagelsmanns Zukunft
Das vorzeitige Ausscheiden hat auch finanzielle Folgen für den DFB. Durch das Verpassen des Achtelfinals entgehen dem Verband mehrere Millionen US-Dollar an Prämien von der FIFA. Für das Erreichen der ersten K.o.-Runde erhielt der DFB 11 Millionen US-Dollar, hätte aber bei einem Weiterkommen weitere Millionen erhalten.
Die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer bleibt trotz eines Vertrages bis 2028 offen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte, dass man nach einem derartigen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Nagelsmann selbst hatte nach dem Spiel bei MagentaTV und im ZDF betont, weiterhin zur Verfügung zu stehen, falls dies gewünscht sei.
Die Aufarbeitung des Turniers hat bereits begonnen. Die Fans zeigten sich ebenfalls enttäuscht und kritisierten den Bundestrainer. Im Elfmeterschießen gegen Paraguay vergaben Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah ihre Schüsse, was zur ersten Niederlage im Elfmeterschießen in der deutschen WM-Geschichte führte.
Paraguays Staatspräsident Santiago Peña erklärte den Tag nach dem Sieg über die deutsche Nationalmannschaft zum nationalen Feiertag.
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Source: sportschau.de
