Deutschland bereitet sich auf körperlich starkes Paraguay im K.o.-Spiel vor
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bereitet sich auf ein physisch anspruchsvolles K.o.-Spiel gegen Paraguay vor. Bundestrainer Julian Nagelsmann plant Strategien, um die erwarteten harten Zweikämpfe zu umgehen. Das Spiel findet am Montag in Boston statt und ist das Sechzehntelfinale der WM 2026.
Rudi Völler, Sportdirektor des DFB, äußerte sich zuversichtlich bezüglich der Herangehensweise der Mannschaft an das Spiel. Er betonte, dass die Spieler wissen, dass es sich um ein K.o.-Spiel handelt, im Gegensatz zum letzten Gruppenspiel gegen Ecuador. In diesem Spiel fehlte der letzte Einsatz, da der Gruppensieg unabhängig vom Ergebnis feststand. Völler erwartet, dass die Mannschaft am Montag alles geben wird, um in die nächste Runde einzuziehen.
Historische Begegnungen und aktuelle Herausforderungen
Die Begegnung mit Paraguay ist nicht die erste für die deutsche Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft. Im Jahr 2002 trafen die beiden Teams im Achtelfinale der WM in Südkorea aufeinander. Deutschland gewann damals durch ein Tor in der 88. Minute mit 1:0. Manuel Neuer ist der einzige Spieler im aktuellen Kader, der bereits ein Länderspiel gegen Paraguay bestritten hat, ein 3:3 im Jahr 2013 in Kaiserslautern.
Die physische Stärke des Gegners ist ein wiederkehrendes Thema. Schon im Spiel gegen die Elfenbeinküste hatte die deutsche Mannschaft Schwierigkeiten, Duelle zu gewinnen, da der Gegner robuster war. Paraguay wird voraussichtlich tief stehen und sehr körperlich spielen, was sich auch in den sieben Gelben Karten widerspiegelt, die sie in den drei Gruppenspielen erhalten haben.
Einige deutsche Spieler, darunter Aleksandar Pavlovic, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Joshua Kimmich, hatten bereits in früheren Spielen Probleme, mit dem Tempo und der körperlichen Konstitution der Gegner mitzuhalten. Auch Jonathan Tah stieß in einer Szene vor dem Eckstoß, der zum 2:1 für Ecuador führte, an seine Grenzen.

Nagelsmanns taktische Überlegungen
Julian Nagelsmann schließt größere Umstellungen im Kader aus, da der Aufbau von Muskelmasse Monate dauern würde. Er betonte, dass der direkte Infight schwer zu trainieren sei. Ein Wechsel von Pavlovic zu Leon Goretzka, um eine robustere Mannschaft aufzustellen, wurde ebenso ausgeschlossen wie ein Positionswechsel von Kapitän Joshua Kimmich ins zentrale Mittelfeld. Ein solcher Wechsel hätte bedeutet, dass ein Innenverteidiger wie Malick Thiaw, Waldemar Anton oder Antonio Rüdiger die rechte Abwehrseite besetzen müsste.
Die Herausforderung für Nagelsmann liegt darin, dass mehr Gewicht und Größe allein nicht ausreichen. Paraguay wird voraussichtlich eine starke Defensive aufbieten und geduldig auf Kontermöglichkeiten warten. Im Spiel gegen Australien gab es in der ersten Halbzeit keinen Torschuss von Paraguay, was ihre defensive Ausrichtung unterstreicht.
Deutschland muss Geduld zeigen. Nagelsmann kritisierte nach dem Spiel gegen Ecuador, dass die Positionen zu schnell und unstrukturiert gewechselt wurden. Gegen Paraguay soll das Spiel strukturierter ablaufen, ohne dabei träge zu wirken. Schnelles Passspiel und das Schaffen von Überzahlsituationen durch einstudierte Positionswechsel sollen helfen, direkte Zweikämpfe zu vermeiden.
Alle zehn Tore, die die deutsche Mannschaft bei dieser WM erzielt hat, fielen innerhalb des Strafraums. Paraguay wird versuchen, diesen Bereich mit einer dichten Abwehr zu schützen. Nagelsmann möchte diese defensive Mauer durchbrechen, indem er auf präzises und schnelles Spiel setzt, anstatt sich in physische Duelle zu verwickeln.
Das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador endete mit einer 1:2-Niederlage für Deutschland, obwohl die Mannschaft als Gruppensieger feststand. Nun wartet Paraguay am Montag, den 29. Juni, um 22:30 Uhr im Sechzehntelfinale. Sollte Deutschland diese Hürde nehmen, könnte im Achtelfinale Frankreich als Gegner warten.
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Source: sportschau.de
