Mexiko besiegt Ecuador im Aztekenstadion und zieht ins Achtelfinale ein
Mexiko triumphiert nach turbulentem Vorfeld
Mexiko hat sich in einem Achtelfinalspiel der WM 2026 gegen Ecuador mit einem 2:0-Sieg durchgesetzt und damit den Einzug in die nächste Runde gesichert. Das Spiel, das im ausverkauften Aztekenstadion vor 80.824 Zuschauern stattfand, war von einer einstündigen Verzögerung aufgrund eines Gewitters mit Blitz, Donner und starkem Regen geprägt. Die Zuschauer wurden über Lautsprecher und Anzeigetafeln über die Verschiebung informiert, die den Anpfiff von 3 Uhr auf 4 Uhr deutscher Zeit verlegte.
Dem Spiel gingen mehrere außersportliche Vorfälle voraus, die von der ecuadorianischen Mannschaft als Stresstest empfunden wurden. Die Anreise der Mannschaft dauerte statt der geplanten dreieinhalb Stunden fast neun Stunden, was zu einer offiziellen Beschwerde des ecuadorianischen Fußballverbands bei der FIFA führte. Trainer Sebastián Beccacece äußerte sich auf einer Pressekonferenz kritisch über die verlängerte Reisezeit.
Zusätzlich zu den Reiseproblemen beklagte sich Ecuador über die geringe Anzahl an verfügbaren Eintrittskarten für ihre Fans. Auch das Verhalten einiger mexikanischer Fans in der Nacht vor dem Spiel sorgte für Unmut. Videos zeigten, wie Fans mit Feuerwerk, Trommeln, Hupen und lauter Musik vor dem Teamhotel der Ecuadorianer versammelt waren und die Spieler um den Schlaf brachten. Der ecuadorianische Verband sah in diesen Vorkommnissen einen Verstoß gegen die Grundsätze von Fair Play, Gleichbehandlung und Zusammenhalt, die eine Fußball-Weltmeisterschaft verkörpern sollte.

Spielgeschehen und entscheidende Tore
Trotz der herausfordernden Umstände vor dem Spiel konnte Mexiko auf dem Rasen überzeugen. Das Team von Trainer Javier Aguirre zeigte eine beeindruckende Leistung, insbesondere in der ersten halben Stunde. Die mexikanische Mannschaft kontrollierte das Spiel und den Ballbesitz, was sich bereits in ihren drei Gruppenspielen gezeigt hatte, die sie ebenfalls ohne Gegentor beendeten. Mexiko ist bei dieser WM weiterhin ohne Gegentor geblieben.
Die erste Großchance des Spiels hatte Mexiko in der 7. Minute, als Luís Romo eine Flanke auf Raúl Jiménez spielte, dessen Kopfball jedoch knapp vorbeiging. In der 16. Minute versuchte es das 17-jährige Talent Gilberto Mora mit einem Distanzschuss, der ebenfalls das Ziel verfehlte. Kurz darauf kam Ecuador zu einer gefährlichen Gelegenheit, als John Yeboah nach einem Dribbling den mexikanischen Torhüter Raúl Rangel zu einer Parade zwang und der Ball anschließend den linken Außenpfosten traf. Dies war bereits der fünfte Aluminiumtreffer für die Ecuadorianer in diesem Turnier.
In der 22. Minute fiel das erste Tor für Mexiko. Roberto Alvarado spielte einen Pass auf Julián Quiñones, der aus halblinker Position zum 1:0 traf. Nur neun Minuten später erhöhte Mexiko seine Führung. Nach einem Fehlpass in der ecuadorianischen Abwehr gelangte der Ball zu Raúl Jiménez, der aus 14 Metern sein 47. Länderspieltor für Mexiko erzielte und damit den 2:0-Endstand herstellte. Jiménez ist damit der alleinige zweitbeste Torschütze in der Geschichte Mexikos.
Nachspiel und Ausblick
In der zweiten Halbzeit zog sich Mexiko etwas zurück und überließ Ecuador mehr Ballbesitz, blieb aber weiterhin gefährlich. In der 67. Minute hatten die Mexikaner eine Doppelchance durch Kopfbälle von Montes und Vasquez, die jedoch nicht zum 3:0 führten. Torhüter Galindez parierte den ersten Versuch, und der zweite ging nach der anschließenden Ecke knapp vorbei.
In der Nachspielzeit kam es zu einem Wortgefecht zwischen Ecuadors Piero Hincapie und Gimenez. Hincapie hielt sich dabei die Hand vor den Mund, was vom Schiedsrichter Slavko Vincic nach Sichtung der Bilder mit einer Roten Karte geahndet wurde. Dies änderte jedoch nichts mehr am Spielergebnis. Ecuador beendete die Partie somit zu zehnt.
Mit diesem Sieg zieht Mexiko ins Achtelfinale ein und trifft dort im Aztekenstadion entweder auf die Demokratische Republik Kongo oder auf England. Mexiko hat bei seinen Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 stets das Viertelfinale erreicht und hofft, diese Tradition fortzusetzen. Der beeindruckende Auftritt und der vierte Sieg im vierten Turnierspiel warnen den nächsten Gegner vor der starken Form der mexikanischen Mannschaft.

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Source: bild.de
