Stimmen aus aller Welt nach WM-Aus: Fans zeigen Mitgefühl und Hoffnung
Internationale Reaktionen auf das deutsche WM-Aus
Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft haben Fans aus verschiedenen Ländern ihre Solidarität und Hoffnung ausgedrückt. Die Niederlage gegen Paraguay im Elfmeterschießen sorgte für Überraschung und Enttäuschung, doch viele Anhänger blicken bereits auf zukünftige Turniere.
Roberto, ein 32-jähriger Fan aus Mexiko, äußerte sein Mitgefühl und lobte die deutsche Kultur, insbesondere die Autos und das Bier. Er betonte, dass der deutsche Fußball eigentlich gut sei und zeigte sich zuversichtlich für eine Rückkehr der Mannschaft. Auch Teresa aus Norwegen, 24 Jahre alt, zeigte sich überrascht über die Niederlage und meinte, Deutschland könne es besser.
Edward (30) aus Ghana hob die enge Verbindung zwischen seinen Land und Deutschland hervor, da viele ghanaische Spieler in der Bundesliga aktiv sind und der ehemalige Trainer Otto Addo kurz vor der WM noch in Deutschland tätig war. Er fragte sich, warum Deutschland so früh ausgeschieden sei und erinnerte an den Weltmeistertitel 2014 mit Jérôme Boateng.
Ein weiterer norwegischer Fan, der 30-jährige Lasse, drückte ebenfalls seine Enttäuschung aus, da er fest an ein Weitkommen Deutschlands geglaubt hatte. Er fand es unfassbar, dass die Mannschaft gegen Paraguay verlor und zum ersten Mal seit langer Zeit ein Elfmeterschießen nicht gewinnen konnte. Er forderte die deutschen Fans auf, nun Norwegen zu unterstützen, da sein Land den Platz im Finale einnehmen wolle, der eigentlich für Deutschland vorgesehen war.
Christina aus Argentinien, die an ihrem 18. Geburtstag sprach, wünschte sich, dass Deutschland an ihrem 22. Geburtstag im Jahr 2026 noch im Turnier sei und weit komme, aber nicht zu weit, da Argentinien erneut Weltmeister werden solle. Claudio (36) aus Mexiko zeigte sich optimistisch und prophezeite Deutschland den Weltmeistertitel in vier Jahren. Er hob junge Spieler wie Wirtz, Musiala und Karl hervor, die bei voller Entfaltung ihres Potenzials keine Mannschaft fürchten müssten.
Carmen (40) aus Kolumbien, die seit der EM 2008 in Europa Deutschland unterstützt, verfolgte jedes Spiel der WM. Sie hatte nach dem 7:1-Sieg gegen Curaçao große Hoffnungen, war aber nach der Niederlage gegen Paraguay traurig. Sie ist sich jedoch sicher, dass die Mannschaft in vier Jahren weiterkommen wird und schickte eine Umarmung nach Deutschland. Brandon (25) aus Kanada und Tessa (22) aus den USA lobten die deutschen Trikots als besonders schön.
Kritik und Forderungen nach Konsequenzen
Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay mit einem 4:5 im Elfmeterschießen gab es deutliche Kritik und Forderungen nach Konsequenzen. Mats Hummels, Weltmeister von 2014 und Experte bei MagentaTV, zeigte sich nach dem Turnier mit einer „Killer-Mentalität“ und kritisierte Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Hummels äußerte sich in einem Deutschland-Trikot vor einer Graffiti-Wand in New York per Videoschalte. Er betonte, dass die Situation nach drei Weltmeisterschaften ohne Achtelfinale nach Konsequenzen schreie. Er sagte, die Heim-EM werde immer noch zu positiv bewertet, während die beiden anderen Turniere enttäuschend gewesen seien. Daher müsse dies sowohl vom Bundestrainer als auch vom Verband thematisiert werden.
Hummels forderte eine Analyse der knapp vierjährigen Amtszeit Nagelsmanns, um zu bewerten, was gut und was nicht so gut lief. Er fand es schwer vorstellbar, dass es so weitergehen solle. Er räumte ein, dass er bei seiner Bewertung befangen sei, da er von der Geschichte um die Heim-EM 2024 beeinflusst sei, bei der er nicht berücksichtigt wurde. Er empfand Nagelsmanns Verhalten als „schmallippig“ und „patzig“ und sah darin eine große Baustelle für dessen zukünftiges Trainer-Dasein auf großer Bühne.
Während Hummels seine Kritik äußerte, wurde auch Jürgen Klopp, der als „Phantom-Bundestrainer“ bezeichnet wurde, von Johannes B. Kerner zu seinen Ambitionen auf den Bundestrainer-Job befragt. Klopp antwortete, dass er darüber noch nicht nachgedacht habe und es nicht der richtige Moment sei, darüber zu sprechen. Dies wurde als keine Absage an den Job interpretiert. Klopp betonte, dass Deutschland wieder „Fußball-Deutschland“ werden müsse und man die Sache richtig angehen müsse.
Nagelsmann selbst hatte nach der Niederlage angekündigt, nicht zurücktreten zu wollen. Er erklärte, er sei keiner, der weglaufe, und stehe bereit, wenn der DFB dies wünsche. DFB-Präsident Bernd Neuendorf äußerte, dass man nach einem solchen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne und wolle, angesichts der anstehenden Aufgaben.
Auch andere Experten äußerten sich kritisch. Fritzy Kromp vom ZDF attestierte Nagelsmann einen schlechten Umgang mit Nick Woltemade, der in der Gruppenphase keine Spielminuten erhielt. Sie fand, Woltemade sei „gefühlt gekillt“ worden. Per Mertesacker kam zu dem Schluss, dass das „schmallippige, dünnhäutige“ Verhalten Nagelsmanns zeige, dass das Ausscheiden verdient gewesen sei. Bundeskanzler Friedrich Merz setzte nach dem Ausscheiden einen Post auf X ab, in dem er trotz des Schmerzes den Einsatz und Teamgeist der Mannschaft lobte.
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Source: bild.de
